27 March 2026, 02:28

ADNOC übernimmt Covestro: Wie die Fusion die Chemieindustrie 2026 verändert

Eine Liniengrafik, die die erhöhte BAA-Ausgabe in verschiedenen Branchen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

ADNOC übernimmt Covestro: Wie die Fusion die Chemieindustrie 2026 verändert

Tiefgreifende Umbrüche prägen die deutsche Chemieindustrie zu Beginn des Jahres 2026. Die Übernahme von Covestro durch den staatlichen Ölkonzern ADNOC steht kurz vor dem Abschluss, während ein neuer Tarifvertrag die Branche zusätzlich belastet – sie kämpft ohnehin bereits mit hohen Kosten. Gleichzeitig wird die Fusion von ADNOC und OMV bis Ende März einen der weltweit größten Kunststoffproduzenten schaffen.

ADNOC hatte sein Squeeze-out-Angebot für Covestro erstmals am 20. März 2025 vorgelegt. Bis zum Spätherbst 2025 war der Deal mit einer Bewertung von 14,7 Milliarden Euro unter Dach und Fach. Seither ist der Marktwert des Unternehmens auf etwa 12,35 bis 12,41 Milliarden Euro gesunken – ein Spiegel der schwachen Ergebnisse aus dem Jahr 2025, als der EBITDA um 30,9 Prozent auf 740 Millionen Euro einbrach. Der Aktienkurs liegt derzeit bei 59,54 Euro, nur knapp über dem festen Übernahmeangebot von ADNOC in Höhe von 59,46 Euro pro Aktie.

Das Delisting läuft bereits: Der Mehrheitsaktionär XRG hält mittlerweile über 95 Prozent der Anteile. Covestro wird künftig unter einer neuen Gesellschaft firmieren, die ADNOC und OMV gemeinsam bilden. Ihre Fusion bündelt die Unternehmen Borealis, Borouge und Nova Chemicals zur Borouge Group International (BGI), die nach Abschluss zur viertgrößten Kunststoffproduzentin der Welt aufsteigen wird. Als CEO wird Roger Kearns die Geschäfte führen, Stefan Doboczky übernimmt die Rolle des Chief Commercial Officers. Die offizielle Fusion soll bis Ende März 2026 vollzogen sein.

Doch die Branche steht vor weiteren Herausforderungen. Die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC einigten sich auf Lohnerhöhungen von 2,1 Prozent im Jahr 2027 und 2,4 Prozent im Jahr 2028. Diese Steigerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Unternehmen mit hohen Energiekosten und globaler Konkurrenz zu kämpfen haben. Das Ifo-Institut warnt vor weiteren Produktionskürzungen und Stellenabbau im Jahr 2026 – der Chemiekonzern Dow hat bereits Werke in Ostdeutschland geschlossen.

Die Zukunft der Branche bleibt ungewiss. Während die Übernahme von Covestro durch ADNOC und die Gründung der BGI den Kunststoffmarkt neu ordnen, deuten Tarifabschlüsse und Werksschließungen auf anhaltende Belastungen hin. Die Unternehmen sehen sich nun der Aufgabe gegenüber, Kostendruck und strukturelle Veränderungen in einem schwierigen wirtschaftlichem Umfeld in Einklang zu bringen.

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