27 April 2026, 22:28

Bartsch lehnt Schuldenregeln-Lockerung für Militärausgaben strikt ab

Deutsches Auslandsdarlehen-Zertifikat aus dem Jahr 1924 mit einer Frauendarstellung, bedrucktem Text und numerischen Denominationen.

Bartsch lehnt Schuldenregeln-Lockerung für Militärausgaben strikt ab

Dietmar Bartsch, haushaltspolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, lehnt Pläne zur Lockerung der Schuldenregeln für Militärausgaben entschieden ab. Die von dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Matthias Miersch vorgebrachte Initiative sieht vor, zusätzliche Kredite aufzunehmen, um auf die eskalierenden Spannungen im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran zu reagieren. Bartsch warnt, ein solcher Schritt würde die haushaltspolitische Schlechterstellung verschärfen und dringend notwendige Sozialreformen weiter vernachlässigen.

Für Bartsch steht Deutschland an einem Scheideweg. Ohne tiefgreifende strukturelle Veränderungen drohten dem Land eine vertiefte Finanzkrise und ein Auseinanderbrechen des sozialen Zusammenhalts, so seine Befürchtung. Besonders kritisch sieht er die Lage bei Renten, Gesundheitsversorgung und anderen Bereichen, in denen versprochene Reformen seit Langem auf sich warten lassen.

Der Linke-Politiker übt zudem scharfe Kritik an der Handhabung bestehender Sondervermögen. Er verweist auf Fälle, in denen Milliarden verschwendet wurden – insbesondere im Verteidigungsbereich, für den er als Haushaltsexperte mitverantwortlich ist. Bartsch betont, Neuverschuldung dürfe nur für klare, zielgerichtete Vorhaben eingesetzt werden – nicht als Allheilmittel für jedes Problem.

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Zudem stellt er die Glaubwürdigkeit von Bundeskanzler Olaf Scholz infrage. Dessen aktuelle Politik weiche eklatant von den Versprechen aus dem Wahlkampf ab, so Bartsch. Der Haushaltexperte warnt, die Aussetzung der Schuldenbremse allein für militärische Zwecke, während sie in anderen Bereichen weiter gelte, könnte zu steigenden Rüstungsausgaben auf Kosten unverzichtbarer Investitionen führen.

Bartschs Ablehnung gründet auf grundsätzlichen Bedenken zur Haushaltsdisziplin. Bisherige Kreditaufnahmen hätten weder die versprochenen Investitionen noch Strukturverbesserungen gebracht, argumentiert er. Ohne echte Reformen drohten dem Land schwere wirtschaftliche und soziale Folgen.

Seine Ablehnung des SPD-Vorschlags offenbart die tiefen Gräben in der Finanzpolitik. Bartschs Warnungen zielen auf verschwendete Mittel, gebrochene Reformversprechen und die Gefahr ab, Militärhaushalte über soziale Bedürfnisse zu stellen. Die Debatte kreist nun um die Frage, ob Deutschland seine Schuldenregeln anpassen oder stattdessen auf striktere finanzpolitische Kontrolle setzen wird.

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