Bundeswehr-Auftrag für 902 Tankcontainer wegen explodierender Kosten gestoppt
Romuald SchweitzerBundeswehr-Auftrag für 902 Tankcontainer wegen explodierender Kosten gestoppt
Deutsche Abgeordnete haben ein großes Rüstungsbeschaffungsvorhaben wegen explodierender Kosten vorläufig gestoppt. Dabei geht es um den Kauf von 902 Dieselkraftstoff-Tankcontainern für die Bundeswehr. Kritiker monieren, der massive Preisanstieg sei unangemessen und ohne ausreichenden Wettbewerb zustande gekommen.
Das Verteidigungsministerium hatte ursprünglich rund 262,67 Millionen Euro – inklusive Mehrwertsteuer – für die Container veranschlagt. Das entspricht etwa 291.000 Euro pro Einheit – fast das Doppelte der 142.000 Euro, die 2021 für 153 ähnliche Behälter gezahlt wurden. Der gesamte Rahmenvertrag könnte später bis zu 4.200 Einheiten umfassen, mit einem Maximalbudget von rund 902 Millionen Euro.
Haushaltspolitiker aus der Unionsfraktion und der SPD griffen ein und nannten die Preiserhöhung "skandalös". Der haushaltspolitische Sprecher der CDU, Andreas Mattfeldt, kritisierte die Entwicklung als "Rüstungsinflation" mit mangelndem Wettbewerb. Er warnte, dass ohne Gegenmaßnahmen der finanzielle Spielraum bis 2029 deutlich schrumpfen werde.
Die Container sollen bis 2029 ausgeliefert werden, um die Litauen-Brigade und die allgemeine Truppenlogistik zu unterstützen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums lehnte eine Stellungnahme zu Details vor der endgültigen Zustimmung des Bundestags ab.
Die Beschaffung bleibt vorerst ausgesetzt, während die Abgeordneten strengere Kostenkontrollen fordern. Falls der Deal genehmigt wird, würde er die Treibstofflagerkapazitäten der Bundeswehr deutlich ausbauen. Lieferzeiten und Endpreise hängen von weiteren Verhandlungen ab.






