26 March 2026, 00:31

"Clear" kehrt zurück – zwischen Zuschauerjubel und harter Medienkritik

Eine Gruppe von Menschen an einem öffentlichen Ort in eine hitzige Diskussion mit Reportern vertieft, die Mikrofone, Handys und Papiere im Hintergrund halten.

"Clear" kehrt zurück – zwischen Zuschauerjubel und harter Medienkritik

Die Diskussionssendung Clear kehrt 2023 mit neuen Folgen zu kontroversen Themen zurück. Die Pilotausstrahlungen stießen auf gespaltene Reaktionen: Während das Publikum weitgehend positiv reagierte, gab es von Medienfachleuten scharfe Kritik. Unterdessen ist ein Streit über die Moderation zwischen den Sendern NDR und BR entbrannt.

Die erste Folge mit dem Titel Migration: Was läuft falsch? löste eine breite Debatte aus. Kritiker, darunter die NDR-Moderatorin Anja Reschke, warfen der Sendung Vorurteile vor, zu viele Themen auf einmal zu behandeln und übermäßig auf emotionale Appelle zu setzen. Die Vereinigung Neue deutsche Medienmacher bezeichnete die Folge als "Tiefpunkt" des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Auch intern regte sich Widerstand: 250 NDR-Mitarbeiter unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie sich von dem Format distanzierten.

Trotz der Kritik schnitten die Pilotfolgen bei den Zuschauern gut ab. Umfragen zeigten, dass 63 Prozent der Zuschauer Clear mit den Schulnoten 1 oder 2 bewerteten – ein Zeichen hoher Akzeptanz. Die Moderatorin Julia Ruhs lobte das Format für seinen mutigen Ansatz und die Unterstützung ihres Produktionsteams.

Die Zukunft von Clear gestaltet sich nun unterschiedlich bei den Sendern. Der BR bestätigte, dass Ruhs weiterhin die dortigen Folgen moderieren wird; sie zeigte sich zufrieden mit dieser Entscheidung. Der NDR hingegen wird sie ersetzen und sucht bereits nach einer neuen Moderatorin – ein Schritt, den Ruhs als enttäuschend bezeichnete.

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Die Rückkehr der Sendung im Jahr 2023 wird zeigen, ob die Anpassungen die frühe Kritik ausräumen können. Während der NDR mit der Suche nach einer neuen Moderatorin einen Kurswechsel andeutet, setzt der BR mit der Beibehaltung von Ruhs auf Kontinuität. Die Zuschauerresonanz bleibt stark, doch das Format steht weiterhin in der Kritik, ob es journalistisch ausgewogen ist.

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