Condors Überlebenskampf: Wie ein Staatskredit die Airline vor dem Kollaps bewahrte – vorerst
Nurten HarloffCondors Überlebenskampf: Wie ein Staatskredit die Airline vor dem Kollaps bewahrte – vorerst
Condor, einst eine profitable Fluggesellschaft, sah sich 2019 mit leeren Kassen konfrontiert, als die Muttergesellschaft Thomas Cook zusammenbrach. Die deutsche Bundesregierung sprang mit einem Rettungskredit über 550 Millionen Euro ein – doch die Zukunft der Airline bleibt ungewiss. Eine neue Folge des Podcasts "Acquired" beleuchtet nun die finanziellen Verstrickungen hinter ihrem Überlebenskampf und die noch bevorstehenden Herausforderungen.
Die Probleme von Condor begannen, als ihre Gewinne in einen Liquiditätspool der insolventen Thomas Cook flossen. Zwar war die Airline zu diesem Zeitpunkt noch zahlungsfähig, doch verlor sie den Zugang zu ihren eigenen Mitteln. Die Bundesregierung griff ein und gewährte über die KfW-Bankengruppe einen Kredit in Höhe von 550 Millionen Euro – verbunden mit einer Earn-out-Klausel, die eine erfolgreiche Sanierung belohnen sollte.
Zwei potenzielle Käufer zeigten Interesse, zogen sich jedoch zurück. 2020 brach die polnische Staatsholding PGL, Muttergesellschaft der LOT Polish Airlines, die Verhandlungen in letzter Minute ab. Anschließend sollte der britische Investor Attestor Condor übernehmen, stabilisieren und später weiterverkaufen. Doch Attestors Standort in Großbritannien wirft strukturelle Hürden für den langfristigen Betrieb der Airline auf.
In einer Folge des Podcasts "Acquired" wird Condors finanzielle Odyssee aufgerollt – von nachrangigen und vorrangigen Kredittranchen bis hin zu den Mechanismen des Rettungspakets. Die Moderatoren David und Alex erklären, wie der Staatskredit gestaltet wurde, um Steuergelder zu schützen und Condor gleichzeitig eine Chance auf Erholung zu geben. Doch bis Ende September 2023 hat sich kein neuer Investor gefunden.
Nun steht Condor vor einer entscheidenden Frist: Am 30. September 2026 muss die Airline mit der Regierung, ihrem aktuellen Investor und der eigenen belasteten Vergangenheit abrechnen. Die vertiefende Analyse des Podcasts ist der Auftakt zu einer möglichen eigenen Serie über Condors Schicksal. Ohne Aussicht auf einen Käufer und mit offenen Fragen zu Attestors Führung hängt das Überleben der Fluggesellschaft davon ab, ob sie bis 2026 ihre finanziellen Ziele erreicht. Der Ausgang wird zeigen, ob die Rettungsaktion der Regierung gelingt – oder ob Condors Geschichte in einem erneuten Kollaps endet.






