Dahmen warnt vor 25-Prozent-Krankenkassenbeitrag ohne schnelle Reformen der Ampel
Nurten HarloffDahmen warnt vor 25-Prozent-Krankenkassenbeitrag ohne schnelle Reformen der Ampel
Janosch Dahmen, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen, hat die Bundesregierung aufgefordert, die Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung zu beschleunigen. Er warnte, dass weitere Verzögerungen die Beitragssätze bis zum Ende dieser Legislaturperiode auf bis zu 25 Prozent treiben könnten. Laut Dahmen sei bereits ein ganzes Jahr in Diskussionen verstrichen – ohne konkrete Ergebnisse.
In Gesprächen mit den Sendern RTL und ntv betonte Dahmen, die Ampelkoalition müsse endlich "vom Reden zum Handeln" kommen. Die Verantwortlichen dürften die Osterpause nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern müssten umgehend Reformvorschläge vorlegen. Noch vor der Sommerpause müsse die Regierung Gesetzesentwürfe finalisieren, da der Haushaltsausschuss im Oktober tagen werde.
Dahmen verwies auf eine Finanzierungslücke von 15 Millionen Euro, die – bleibt sie ungelöst – ab Januar nächsten Jahres zu einem deutlichen Anstieg der Beitragssätze führen könnte. Davon betroffen wären sowohl Versicherte als auch Arbeitgeber, da die Lohnnebenkosten stiegen. Ein Beitragssatz von 25 Prozent würde bedeuten, dass ein Viertel des Lohns "einfach verschwindet", so Dahmen. Dies würde die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft schwer belasten.
Der Sprecher machte klar, dass sich die Koalition weitere Untätigkeit schlicht nicht leisten könne. Ohne zügige Reformen werde sich die finanzielle Schieflage des Systems weiter verschärfen – mit Folgen für Millionen Beitragszahler und Unternehmen.
Ziel der geplanten Reformen ist es, einen starken Anstieg der Kosten für Kranken- und Pflegeversicherung zu verhindern. Scheitert die Regierung mit rechtzeitigen Maßnahmen vor dem Sommer, droht Arbeitnehmern und Arbeitgebern eine spürbar höhere Belastung. Dahmens Warnungen unterstreichen die Dringlichkeit, die Finanzierungslücke zu schließen, bevor es im nächsten Jahr zu Beitragserhöhungen kommen könnte.






