17 March 2026, 00:32

Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Dollar-Programm für afrikanische Handelsfinanzierung

Alte deutsche Banknote mit einer Vogeldarstellung und dem Text "Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaf Berlin".

Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Dollar-Programm für afrikanische Handelsfinanzierung

Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um ein Risikoteilungsprogramm in Höhe von 150 Millionen US-Dollar zu starten. Die Initiative richtet sich an unterversorgte afrikanische Märkte, die mit Engpässen in der Handelsfinanzierung kämpfen. Viele Unternehmen in diesen Regionen sind aufgrund begrenzter Liquidität weiterhin auf Bargeschäfte für Importe und Lieferketten angewiesen.

Dies ist die erste formelle Partnerschaft zwischen den beiden Institutionen. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie der Deutschen Bank bei 25,80 Euro notiert – etwa 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

Das Programm funktioniert als unfundiertes Risikobeteiligungsmodell. Die BII übernimmt dabei die Rolle eines finanziellen Rückhaltes und unterstützt die lokalen Partner der Deutschen Bank bei der Bereitstellung kurzfristiger Handelsfinanzierungen. Laut Afrikanischer Entwicklungsbank besteht auf dem Kontinent eine jährliche Finanzierungslücke im Handel von rund 100 Milliarden US-Dollar, wobei kleinere Märkte wie Sambia, Äthiopien und Ruanda besonders stark betroffen sind.

Die Kooperation steht im Kontext eines breiteren Trends, bei dem internationale Banken ihr Engagement in Afrika zurückfahren. In den letzten fünf Jahren haben mindestens 15 Großbanken – darunter Standard Chartered, Barclays, HSBC und Citi – ihre Aktivitäten in Afrika reduziert oder sich vollständig zurückgezogen. Besonders betroffen von diesen Abzügen sind Nigeria, Kenia, Ghana, Südafrika und Angola.

Unterdessen hat die Deutsche Bank einen Führungswechsel in ihrer Unternehmensbankensparte vollzogen. Gerald Podobnik hat die Position des Co-Leiters übernommen und löst damit Ole Matthiessen ab. Gemeinsam mit Michael Diederich wird er künftig die globale Unternehmensbank führen.

Das 150-Millionen-Dollar-Programm zielt darauf ab, die Liquiditätsengpässe afrikanischer Unternehmen zu mildern. Durch die Risikoteilung mit der BII können die lokalen Partner der Deutschen Bank in Märkten mit begrenzten Finanzierungsmöglichkeiten mehr Handelsfinanzierungen anbieten. Die Initiative kommt zu einer Zeit, in der sich viele globale Banken weiter aus der Region zurückziehen und die Versorgungslücke im Finanzsektor immer größer wird.

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