Deutschland verlängert Grenzkontrollen bis 2026 – trotz Schengen-Regeln und Überlastung der Bundespolizei
Vadim BlochDeutschland verlängert Grenzkontrollen bis 2026 – trotz Schengen-Regeln und Überlastung der Bundespolizei
Deutschland führte im September 2024 wieder Grenzkontrollen an allen seinen Landgrenzen ein. Diese Maßnahmen sollten ursprünglich nur vorübergehend gelten, wurden seitdem jedoch mehrfach verlängert. Die jüngste Verlängerung gilt bis Mitte September 2026.
Nach den regulären Schengen-Regeln sind Kontrollen an den Binnengrenzen eigentlich nicht zulässig. Doch mit seiner Entscheidung vollzog Deutschland eine Abkehr von dieser Praxis. Im Mai 2025 übernahm Alexander Dobrindt das Amt des Innenministers von Nancy Faeser und verschärfte die Kontrollen zusätzlich.
Dobrindt hat offen eingeräumt, dass die anhaltenden Grenzkontrollen die Bundespolizei im vergangenen Jahr stark belastet haben. Er gab zu, hohe Anforderungen an die Beamten zu stellen, lobte aber zugleich deren Einsatz an den Grenzen. Die Bundespolizei mit Sitz in Potsdam ist nicht nur für die Grenzsicherung zuständig, sondern übernimmt auch Aufgaben wie den Schutz des Schienenverkehrs, die Sicherheit der Seegrenzen und die Flugsicherung an Flughäfen.
Trotz der verlängerten Maßnahmen betonte Dobrindt, dass die Grenzkontrollen niemals auf Dauer angelegt seien. Die verschärften Kontrollen bleiben vorerst bis mindestens Mitte 2026 bestehen. Die Bundespolizei muss die zusätzliche Belastung weiterhin neben ihren anderen Aufgaben bewältigen. Die Situation verdeutlicht den anhaltenden Spannungsbogen zwischen Sicherheitserfordernissen und den Vorgaben des Schengen-Raums.






