Die vergessene "Pizza-Connection": Warum Schwarz-Grün nie Realität wurde
Vadim BlochDie vergessene "Pizza-Connection": Warum Schwarz-Grün nie Realität wurde
Mitte der 1990er-Jahre entstand in Bonn ein politisches Konzept mit dem Namen „Pizza-Connection“. Dabei trafen sich junge Politiker der Grünen und der CDU in einem italienischen Restaurant, um über gemeinsame Interessen zu sprechen. Die Idee zielte darauf ab, mögliche Kooperationen zwischen den beiden Parteien in Bereichen wie Außenpolitik, Europa und Verteidigung auszuloten.
Die „Pizza-Connection“ brachte Persönlichkeiten wie Cem Özdemir, Peter Altmaier und Armin Laschet zusammen. Trotz dieser frühen Gespräche kam es jedoch nie zu einer schwarz-grünen oder grün-schwarzen Bundesregierung – nicht einmal in den Jahren 2013, 2017 oder 2021, als sich Gelegenheiten dafür boten.
Häufig standen Spannungen im Weg. Die Grüne Jugend und Teile der Grünen warfen Konservativen immer wieder harte Vorwürfe vor. Gleichzeitig schürten CDU-Politiker wie Markus Söder und Jens Spahn Feindseligkeiten gegenüber den Grünen, sodass eine Zusammenarbeit unwahrscheinlich erschien.
Doch eine Koalition der beiden Parteien könnte zentrale Herausforderungen angehen: den Planeten schützen, geopolitische Stabilität sichern, wirtschaftliches Wachstum fördern und die Verteidigung stärken. Damit ein solches Bündnis gelingt, müssten beide Seiten alte Animositäten und moralische Abwertungen überwinden. Zudem müssten sie politischen Gegenwind aushalten und trotz innerparteilicher Gräben geschlossen auftreten.
Grüne und CDU haben in zentralen Politikbereichen inhaltliche Überschneidungen. Doch historische Konflikte und innerparteilicher Widerstand vereitelten bisher alle Koalitionsversuche. Ein erfolgreiches Bündnis würde verlangen, dass beide Parteien alte Streitigkeiten hinter sich lassen und sich auf gemeinsame Ziele konzentrieren.






