20 June 2026, 20:21

EU-Digitalbörse startet 2027: Revolution oder Überwachungsrisiko?

Identifizieren, überwachen, kontrollieren: Die EU plant die digitale Identität

EU-Digitalbörse startet 2027: Revolution oder Überwachungsrisiko?

Die EU entwickelt ein neues digitales Identitätssystem namens EU-Digital-Identity-Wallet (EU-Digitalbörse). Damit sollen Nutzer ihre Identität nachweisen, Dokumente verwalten und persönliche Daten sowohl online als auch offline kontrollieren können. Das Projekt befindet sich bereits in der Testphase; der vollständige Start ist für Januar 2027 geplant.

Die digitale Börse basiert auf gemeinsamen Standards und wird an bestehende elektronische Ausweissysteme der Mitgliedstaaten angebunden. Zudem soll sie mit einer Altersverifikations-App verknüpft werden, die den Zugang zu Erwachsenen-Websites beschränken soll. Diese App wurde zwar bereits im April 2023 vorgestellt, kurz darauf jedoch gehackt – was Sicherheitsbedenken auslöste.

Die EU wirbt zwar mit Verschlüsselung für die Wallet, hat aber auch Möglichkeiten zur Abschwächung der Sicherheit geprüft, darunter das sogenannte Client-Side-Scanning. Datenschützer warnen, dass dies Massenüberwachung und Repression ermöglichen könnte. Vorgestellt wurde das System auf dem EUDI Wallet Summit in Berlin am 25. Juni 2023.

Zunächst ist die Nutzung der Digitalbörse freiwillig. Doch mit dem Rückgang des Bargeldgebrauchs und der Ausweitung anderer digitaler Dienstleistungen könnte ihre Verbreitung zunehmen.

Der Start der EU-Digital-Identity-Wallet ist für Anfang 2027 vorgesehen. Sie soll eine einheitliche Lösung bieten, um Identitäten zu bestätigen und Dokumente zu verwalten. Dennoch bleiben Bedenken hinsichtlich Sicherheitsrisiken und möglichem Missbrauch für Überwachungszwecke bestehen.

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