09 May 2026, 12:27

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Streit um Symbole und politische Botschaften

Schwarzes und weißes Plakat zum 25. Jahrestag der Sowjetunion, das eine Gruppe von Menschen mit einer Flagge zeigt, umgeben von Text und Blättern.

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Streit um Symbole und politische Botschaften

Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) eskaliert

Eine Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) ist am Sonntag in Spannungen umgeschlagen. Die von der VVN-BdA und der Linken organisierte Feier wurde von Auseinandersetzungen um Symbole und politische Botschaften überschattet. Teilnehmer versammelten sich auf dem Südfriedhof, um derer zu gedenken, die gegen das NS-Regime kämpften.

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Die Gedenkfeier begann mit Blumenniederlegungen in der Ehrenanlage für deutsche Widerstandskämpfer. Die stellvertretende Oberbürgermeisterin, Dr. Judith Marquardt, legte im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt einen offiziellen Kranz nieder. Auf dem Friedhof befinden sich auch die Gräber von 977 sowjetischen Bürgern – obwohl Halle 1945 von der US-amerikanischen 104. Infanterie-Division befreit worden war.

Die Stimmung heizte sich auf, als Mitglieder der „Haller Bewegung“ mit russischen Flaggen und Symbolen auftauchten. Veranstalter und Anwesende reagierten empört und verurteilten die Zeichen scharf. Eric Stehr, stellvertretender Landesvorsitzender der Linken in Sachsen-Anhalt, warnte davor, sich mit einem Regime zu gemein zu machen, das mit Terror und Zerstörung verbunden sei.

Lukas Wanke von der VVN-BdA betonte, dass die Würdigung der Rolle der Roten Armee beim Sieg über das NS-Regime aktuelle Ungerechtigkeiten nicht ausblenden dürfe. Gleichzeitig erinnerte er die Versammelten daran, dass der Kampf gegen rechtsextreme Ideologien heute fortgesetzt werden müsse. Die Gedenkstätte bleibt die bedeutendste Ehrung für den sowjetischen Beitrag im Zweiten Weltkrieg in der Region.

Die Veranstaltung zeigte die anhaltenden Gräben in der historischen Erinnerungskultur und der politischen Symbolik. Die Organisatoren bekräftigten ihr Engagement gegen Extremismus und für die Bewahrung der Vergangenheit. Die Feier endete mit Appellen zur Einheit gegen die heutige Bedrohung durch Rechtsextremismus.

Quelle