Gefälschte Impfpässe: Dreieinhalb Jahre Haft für Kasseler Betrügerduo
Romuald SchweitzerGefälschte Impfpässe: Dreieinhalb Jahre Haft für Kasseler Betrügerduo
Zwei Personen sind jeweils zu etwa dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil sie gefälschte COVID-19-Impfpässe verkauft haben. Das Gericht sprach sie der Beihilfe zur Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung schuldig. Ihre Machenschaften flogen auf, nachdem die Polizei ihre Kneipe in Kassel durchsucht hatte.
Die Angeklagten betrieben eine Gaststätte auf dem Gelände einer ehemaligen Militärkaserne in Kassel. Der Ort diente zugleich als Kantine für Soldaten und als Treffpunkt für lokale Versammlungen der AfD. Im Keller hatten sie eine Werkstatt eingerichtet, in der sie Impfpässe fälschten.
Zwischen August und Dezember 2021 kauften sie 8.000 leere Impfheftchen. Mindestens 6.000 füllten sie mit gefälschten Impfeinträgen aus und verkauften sie – meist für je 50 Euro. Rund 400 Stück setzten sie für 20 Euro pro Stück ab. Ihr berechneter Gewinn belief sich auf 285.400 Euro.
Bei der Durchsuchung entdeckte die Polizei in der Werkstatt fast tausend leere gelbe Impfhefte, 12 Stempel von Impfzentren sowie Chargenaufkleber für COVID-19-Impfstoffe. Das Gericht urteilte, dass nur etwa 3.200 Käufer die Urkundenfälschung vollendet hätten, indem sie ihre eigenen Namen und Adressen in die Dokumente eingetragen hatten. Die eigentliche Fälschung lag demnach vor, wenn die Käufer die Pässe für sich selbst nutzten.
Beide Angeklagte erhielten identische Haftstrafen für ihre Rolle in dem Betrugssystem. In ihrer Werkstatt fanden sich umfangreiche Beweise für die Machenschaften, darunter Materialien zur Herstellung weiterer gefälschter Pässe. Das Gericht bestätigte ihre Verstrickung in Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung.






