23 June 2026, 20:19

Gericht stoppt Spiegel-Bericht über Christian Ulmen und KI-Deepfakes

Ulmen triumphiert über 'Der Spiegel' vor Gericht

Gericht stoppt Spiegel-Bericht über Christian Ulmen und KI-Deepfakes

Ein deutsches Gericht hat gegen Der Spiegel eine einstweilige Verfügung wegen dessen Berichterstattung über den Schauspieler Christian Ulmen erlassen. Dem Magazin ist es nun untersagt, bestimmte Vorwürfe im Zusammenhang mit KI-generierten Deepfake-Videos zu veröffentlichen, in denen seine Ex-Frau, die Schauspielerin Collien Fernandes, zu sehen sein soll. Das Urteil folgt auf einen Rechtsstreit, den Ulmen im April eingeleitet hatte.

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Ulmen hatte im April erstmals rechtliche Schritte gegen Der Spiegel eingeleitet. Im Mai entschied das Landgericht Hamburg, dass zwar Teile der Berichterstattung zulässig seien, dem Magazin jedoch ausreichende Belege für die Behauptung fehlen, Ulmen habe pornografische Deepfakes mit Fernandes’ Gesicht erstellt und verbreitet. Zudem verbot das Gericht die Veröffentlichung von Zitaten aus einer 50 Jahre alten E-Mail, die Ulmen an seinen Verteidiger geschickt hatte, da diese als Teil seines besonders geschützten Privatlebens eingestuft wurden.

Fernandes wirft Ulmen jedoch mehr als nur die Erstellung der KI-generierten Videos vor. Sie behauptet, er habe gefälschte Social-Media-Profile unter ihrem Namen angelegt, andere Männer kontaktiert und sie sogar bei Telefonaten imitiert, um sexuelle Gespräche zu führen. Trotz der Einschränkungen darf Der Spiegel weiterhin über Fernandes’ separate Vorwürfe wegen körperlicher Misshandlung berichten.

Die Entscheidung ist ein wichtiger Erfolg für Ulmens Anwaltskanzlei Schertz-Bergmann. Die Kanzlei hofft, dass das Urteil die öffentliche Diskussion versachlicht und weitere Vorverurteilungen ihres Mandanten verhindert. Gleichzeitig hat der Fall eine breitere politische Debatte ausgelöst: SPD-Chefin Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang fordern schärfere Regulierungen für KI-Technologien.

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig kündigte an, das Strafrecht gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes und digitale sexualisierte Gewalt verschärfen zu wollen. Während das Urteil Der Spiegel in seiner Berichterstattung einschränkt, bleiben Fernandes’ weitere Vorwürfe öffentlich thematisierbar. Der Ausgang des Verfahrens könnte prägedend für künftige Fälle von KI-Missbrauch und Datenschutzrechten sein.

Quelle