13 June 2026, 12:18

Gewalt gegen Obdachlose erreicht 2023 traurigen Höchststand mit 17 Prozent mehr Straftaten

Anzahl der Straftaten gegen Obdachlose steigt deutlich

Gewalt gegen Obdachlose erreicht 2023 traurigen Höchststand mit 17 Prozent mehr Straftaten

Gewalt gegen Obdachlose in Deutschland stieg 2023 stark an

Die Straftaten gegen wohnungslose Menschen in Deutschland haben im Jahr 2023 drastisch zugenommen. Die offiziellen Zahlen zeigen einen Anstieg von fast 17 Prozent – insgesamt wurden 2.563 Delikte registriert. Experten warnen jedoch, dass die tatsächliche Zahl weit höher liegen könnte, da viele Fälle nicht gemeldet werden und die Datenerfassung uneinheitlich ist.

Am meisten betroffen war Berlin mit 592 gemeldeten Vorfällen. Bayern folgte mit 492 Fällen, Nordrhein-Westfalen verzeichnete 310. Die überwiegende Mehrheit der Opfer waren Männer: Über 2.000 der registrierten Taten richteten sich gegen obdachlose Männer, etwa 500 betrafen Frauen.

In einigen Fällen endete die Gewalt tödlich. Neun wohnungslose Menschen kamen 2023 bundesweit bei Angriffen ums Leben. Sahra Mirow, Bundestagsabgeordnete der Linken, bezeichnete die Entwicklung als eine „beispiellose Zuspitzung der Gewalt“ gegen diese schutzbedürftige Gruppe.

Die Polizei konnte 2023 rund 66,5 Prozent dieser Straftaten aufklären – ein Wert, der deutlich unter der allgemeinen Aufklärungsquote von 77,5 Prozent bei allen gemeldeten Delikten liegt.

Die Daten verdeutlichen die wachsende Bedrohung für obdachlose Menschen. Die Behörden räumen ein, dass die erfassten Fälle das Ausmaß des Problems wahrscheinlich unterschätzen. Die geringere Aufklärungsrate deutet zudem auf besondere Herausforderungen bei der Bekämpfung dieser Straftaten hin.

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