Grüner Wirtschaftsrat fordert Vermögenssteuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Nurten HarloffGrüner Wirtschaftsrat fordert Vermögenssteuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Karl Haeusgen, Vorsitzender des Wirtschaftsrats der Grünen, hat eine neue Vermögenssteuer für Deutschlands Superreiche vorgeschlagen. Das Vorhaben zielt darauf ab, enttäuschte Wähler der Freien Demokratischen Partei (FDP) sowie Unternehmer zu gewinnen, die eine grüne Politik unterstützen. Haeusgen, der selbst Miteigentümer eines mittelständischen Unternehmens ist, könnte von der Maßnahme selbst betroffen sein.
Sein Vorschlag sieht eine Mindestbesteuerung für Vermögen über 100 Millionen Euro vor. Die jährliche Abgabe würde etwa zwei Prozent des Vermögens betragen, während das Stammvermögen unangetastet bliebe. Zudem schlug er vor, dass Steuerzahler inländische Kapitalertrags- und Einkommensteuern mit dieser Vermögenssteuer verrechnen können.
Bevor Haeusgen Mitte 2025 zum Wirtschaftsflügel der Grünen stieß, leitete er von 2020 bis 2024 den konservativen Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Sein Wechsel spiegelt ein breiteres Bestreben wider, wirtschaftsorientierte Befürworter umweltpolitischer Maßnahmen anzusprechen.
Neben der Vermögensbesteuerung kritisierte Haeusgen die Regierungshaltung zu den steigenden Spritpreisen. Die jüngste Senkung der Mineralölsteuer bezeichnete er als schlecht gezielte "Gießkannenhilfe". Stattdessen argumentiert er, dass höhere Steuern für Wohlhabende die Steuerdisziplin stärken und Kürzungen in anderen Bereichen überflüssig machen könnten.
Die geplante Steuer würde nur auf die größten Vermögen ab 100 Millionen Euro erhoben. Haeusgens Konzept sucht einen Ausgleich zwischen Haushaltsverantwortung und ökologischen Prioritäten. Sollte es umgesetzt werden, könnte es die Steuerpolitik für Deutschlands Reichste neu gestalten und gleichzeitig weitergehende wirtschaftliche Herausforderungen angehen.






