Hamburger Jugendwohlfahrtsverband VKJH vor dem Aus – Finanzkrise und Ombudsmann-Streit
Romuald SchweitzerHamburger Jugendwohlfahrtsverband VKJH vor dem Aus – Finanzkrise und Ombudsmann-Streit
Hamburgs Jugendwohlfahrtsverband VKJH steht vor der Schließung – unsichere Finanzierung und umstrittene Neuausschreibung des Ombudsmanns
Der Hamburger Jugendwohlfahrtsverband VKJH droht wegen fehlender gesicherter Finanzierung geschlossen zu werden. Gleichzeitig hat die Stadt angekündigt, den Vertrag für den Jugendombudsmann neu auszuschreiben – ein Schritt, der bei Fachleuten der Sozialarbeit auf Kritik stößt.
Geplant ist, die bestehende Stelle des Jugendombudsmanns mit einer neuen Zuständigkeit für Kitas zusammenzulegen. Dies würde ein neues Auswahlverfahren erfordern und gefährdet die Zukunft der aktuellen Ombudsstelle OHA!, die seit 2017 jährlich rund 300 Beratungen durchführt.
Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe (BNO) hat sich eingeschaltet und äußert „tiefe Besorgnis“ über die Entscheidung. Der Jugendhilferechtsexperte Peter Schruth argumentiert, das bestehende Büro könnte schlicht um den Kita-Bereich erweitert werden – ohne Neuausschreibung.
Doch auch der VKJH selbst kämpft ums Überleben. Der Verband beschäftigt 90 Festangestellte und 150 freie Mitarbeiter:innen, doch die Zentrale war nie ausreichend finanziert. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, benötigt er jährlich zusätzliche 120.000 Euro für eine Geschäftsführung und eine administrative Stelle. Falls bis Ende Juni keine Lösung gefunden wird, müsste der VKJH seine 17 Einrichtungen und 27 Projekte an die Bezirksämter abgeben.
Die Schulbehörde hat die finanziellen Probleme des VKJH zwar anerkannt, hält aber an ihrer Haltung fest. Die geplante Neuausschreibung der Ombudsstelle bleibt bestehen.
Die Zukunft des VKJH hängt damit am seidenen Faden – während er nach stabiler Finanzierung sucht, könnte die Stadt mit ihren Plänen die bestehende Ombudsstelle zerschlagen, trotz Proteste von Fachleuten. Findet sich keine baldige Lösung, droht dem Verband die Auflösung seiner Arbeit.






