Handwerk im Kreis Steinfurt kämpft mit Kosten, Fachkräftemangel und neuen Vergaberegeln
Nurten HarloffHandwerk im Kreis Steinfurt kämpft mit Kosten, Fachkräftemangel und neuen Vergaberegeln
Vertreter des Kreises Steinfurt und der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf sind zu ihrem jährlichen Austausch über die zentralen Herausforderungen des lokalen Handwerks zusammengekommen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen steigende Kosten, Fachkräftemangel sowie neue Vergaberegeln, die ab 2026 in Kraft treten. Beide Seiten bekräftigten ihre Bereitschaft, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
An der Runde nahmen Landrat Dr. Martin Sommer, Baudirektor Carsten Rehers sowie WESt-Geschäftsführer Christian Holterhues teil, die sich mit Vertretern der Innungen über drängende Probleme austauschten. Durch die Spannungen im Iran seien die Energiepreise stark angestiegen, was die Betriebskosten in die Höhe treibe und bei vielen Betrieben zu Lieferengpässen führe. Ein weiteres Thema war die Schattenwirtschaft, die Arbeitsplätze gefährde, die Sozialkassen belaste und ehrliche Unternehmen zusätzlich unter Druck setze.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den neuen öffentlichen Vergaberegeln, die ab dem 1. Januar 2026 gelten. Diese sollen Bürokratie abbauen und mehr Flexibilität bieten, um insbesondere kleineren Anbietern bessere Chancen zu eröffnen. Als zuverlässigen Karriereweg für junge Menschen hob die Runde die duale Berufsausbildung hervor, die gute Aufstiegschancen biete.
Um die Nachfolgeproblematik zu bewältigen, bietet der Kreis Steinfurt über die Kreishandwerkerschaft und die WESt Beratungsangebote an. Gut ausgebildete Fachkräfte helfen dabei, Lücken in vielen Handwerksbetrieben zu schließen und die Kontinuität der Unternehmen zu sichern.
Das Treffen endete mit einem positiven Fazit: Beide Seiten betonten die Bedeutung der langjährigen, vertrauensvollen Partnerschaft. Kreis und Handwerkerschaft werden auch künftig Betriebsübergaben, faire Vergabepraktiken und Maßnahmen gegen Schwarzarbeit unterstützen. Die fortgesetzte Zusammenarbeit soll die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks in der Region stärken.






