07 May 2026, 12:36

Herrenknecht-Chef warnt: Deutschlands Bürokratie bremst den Fortschritt aus

Altes Buch mit detaillierten Architekturplänen und Text, das die ursprüngliche Planung der Königlichen Hermwerk Berlin-Baklberg zeigt.

Herrenknecht-Chef warnt: Deutschlands Bürokratie bremst den Fortschritt aus

Martin Herrenknecht, Chef der Herrenknecht AG, kritisiert Deutschlands zähe Bürokratie und mentale Blockaden

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Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender des weltweiten Tunnelbau-Riesen Herrenknecht AG, hat die langsame Bürokratie und die kulturellen Haltung Deutschlands scharf angeprangert. Der Chef des global führenden Unternehmens warnt, dass das Land einen ernsthaften Niedergang riskiert, sollten nicht grundlegende Reformen umgesetzt werden. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der ein Logistikprojekt in Baden-Württemberg nach dreieinhalb Jahren Planung immer noch auf der Stelle tritt – während ein vergleichbares Vorhaben in Indien bereits innerhalb von nur drei Monaten genehmigt wurde.

Die in Schwanau ansässige Herrenknecht AG beherrscht den Weltmarkt für Tunnelvortriebsmaschinen. Das Unternehmen beschäftigt rund 5.500 Mitarbeiter und war an Schlüsselfprojekten wie dem Gotthard-Basistunnel, dem Brenner-Basistunnel und Stuttgart 21 beteiligt. Trotz dieses Erfolgs behauptet Herrenknecht, er könnte sein Unternehmen unter den heutigen Bedingungen in Deutschland wegen der „absurden Behördenschikanen“ nicht mehr gründen. Das Land befinde sich in einem „Dornröschen-Schlaf“ und sei unfähig, effizient voranzukommen.

Die Kritik des Vorstandschefs geht jedoch über die Bürokratie hinaus. Er bezeichnete Deutschland als eine „Nation von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“ und deutete an, dass gesellschaftliche Einstellungen den Fortschritt behindern. Seine Warnung im Jahr 2023 fiel unmissverständlich aus: Ohne dringende Veränderungen steuere das Land „direkt gegen die Wand“.

Die Verzögerungen bei Infrastrukturprojekten wie dem Logistikzentrum in Baden-Württemberg unterstreichen die von Herrenknecht beschriebenen Probleme. Während Indien ähnliche Vorhaben in wenigen Monaten genehmigt, werfen Deutschlands langwierige Planungsverfahren Fragen nach der internationalen Wettbewerbsfähigkeit auf. Die Aussagen des Chefs verdeutlichen den wachsenden Druck, sowohl die Politik als auch die öffentliche Mentalität zu reformieren.

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