Jan van Aken verlässt Die Linke – wer übernimmt nach dem Umfrageboom?
Die Linke wählt am Samstag neuen Vorsitzenden – Van Aken tritt nach prägender Amtszeit zurück
Auf ihrem Parteitag in Potsdam wird Die Linke an diesem Samstag einen neuen Vorsitzenden wählen. Jan van Aken, der aktuelle Co-Vorsitzende, scheidet nach einer kurzen, aber wirkmächtigen Amtszeit aus dem Amt. Sein Rückzug folgt auf einen bemerkenswerten Aufstieg der Partei in den Umfragen während seiner Amtszeit.
Bei seiner letzten Pressekonferenz im Berliner Karl-Liebknecht-Haus präsentierte van Aken eine schwarze Box und gestand Journalisten, dass er und seine Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner die Öffentlichkeit zwei Jahre lang in die Irre geführt hätten. Gleichzeitig dankte er Schwerdtner für ihre herausragende Arbeit während ihrer gemeinsamen Führung.
Unter dem Duo verzeichnete die Partei einen deutlichen Zuwachs in den Umfragewerten. Die Unterstützung stieg von lediglich 2–3 Prozent auf 8,8 Prozent bei der Bundestagswahl im Februar 2025. Über 700.000 Wähler – viele enttäuscht von den Grünen – wechselten zu Der Linken. Van Akens mediale Präsenz half der Partei, sich als glaubwürdige Stimme in der Außenpolitik zu etablieren.
Trotz seiner kurzen Amtszeit als Parteichef hinterlässt van Aken Spuren. Zusammen mit Heidi Reichinnek hatte er zuvor als Co-Spitzenkandidat ältere Wähler angesprochen. Nun gilt Luigi Pantisano als Favorit für seine Nachfolge.
Auf dem anstehenden Parteitag wird die Partei über ihre weitere Führung entscheiden. Van Akens Erbe umfasst eine gestärkte Wahlposition und eine prominentere Rolle in der nationalen Debatte. Die künftige Ausrichtung Der Linken wird maßgeblich von den Weichenstellungen in Potsdam an diesem Wochenende abhängen.






