07 April 2026, 10:31

Junge Aktivist:innen aus Halle schaffen Gedenktafel für 155 jüdische NS-Opfer

Gedenktafel an einer Gebäudewand angebracht, die den Text 'Gedenktafel für die Opfer des Holocaust' in fetter Schrift und mit einem dekorativen Rahmen aus dunklem Material trägt.

Junge Aktivist:innen aus Halle schaffen Gedenktafel für 155 jüdische NS-Opfer

Eine Gruppe junger Aktivist:innen aus Halle hat Gelder gesammelt, um eine Gedenktafel für 155 jüdische Opfer aus ihrer Stadt zu schaffen. Diese Männer, Frauen und Kinder waren während des Holocaust in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort ermordet worden. Die Tafel, die mit Unterstützung des Comic-Künstlers Nils Oskamp gestaltet wurde, soll 2026 am historischen Ort angebracht werden.

Das Projekt ist Teil der Initiative "Tagebuch der Gefühle", die junge Menschen mit den Schicksalen hallescher jüdischer Familien verbindet. Um die Finanzierung der Gedenktafel zu sichern, sammelten die Aktivist:innen Schrottmetall und warben in der lokalen Gemeinschaft um Spenden.

Das Design der Tafel zeigt zwei Hände, die zueinander greifen und sich halten. Die kleinere Hand steht für die 16 Monate alte Chana Baer, das jüngste bekannte Opfer der Schoa aus Halle. Die größere Hand symbolisiert die Familien, die sich während der Deportationen gegenseitig unterstützten – darunter die Baers und die Sachs.

Ein ortsansässiger Steinmetz in Halle fertigt das Mahnmal aus Naturstein an. Die von den jungen Aktivist:innen gesammelten Mittel decken die Produktions- und Installationskosten. Nach ihrer Fertigstellung wird die Tafel am ehemaligen Vernichtungslager Sobibor aufgestellt.

Für Juni 2026 plant die Gruppe eine Bildungsreise nach Sobibor. Vor Ort werden sie die fertige Gedenktafel sehen und sich näher mit der Geschichte des Ortes beschäftigen. Die Reise soll ihr Verständnis für den Holocaust und dessen Auswirkungen auf die jüdische Gemeinde Halles vertiefen.

Die Tafel wird an die 155 Opfer erinnern, die aus Halle nach Sobibor deportiert wurden. Ihre Namen und Geschichten sind damit dauerhaft am Ort des Geschehens verewigt. Das Projekt ermöglicht es jüngeren Generationen, sich durch Recherche, Spendensammlung und Gedenkarbeit direkt mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen.

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