Kai Wegners Berliner Bürgermeisteramt wackelt – kann er die Wahl noch retten?
Romuald SchweitzerKai Wegners Berliner Bürgermeisteramt wackelt – kann er die Wahl noch retten?
Kai Wegners Position als regierender Bürgermeister Berlins steht vor der anstehenden Wahl auf dem Prüfstand. Seine Führung ist in den vergangenen Monaten wegen mehrerer Skandale und Managementprobleme in die Kritik geraten. Dennoch hat die CDU ihn trotz der Herausforderungen erneut als Spitzenkandidaten bestätigt.
Wegner übernahm 2023 überraschend das Amt des regierenden Bürgermeisters – entgegen früher Umfragen und trotz fehlender Koalitionspartner. Sein Sieg kam zustande, obwohl Konkurrenten wie SPD-Landeschef Raed Saleh seine Chancen zunächst belächelt hatten. Wegner selbst verweist auf seinen früheren Erfolg als Beleg dafür, dass Umfragen sich noch ändern können.
Die Kritik an ihm hat in letzter Zeit zugenommen, insbesondere wegen seines Umgangs mit einem Stromausfall, winterlichen Glättegefahren und einem Subventionsskandal. Zudem geriet er unter Druck, nachdem er überstürzt einen neuen Staatssekretär für Digitalisierung ernannt hatte. Sollte er die Wahl verlieren, stünde auch sein Posten als CDU-Landesvorsitzender auf dem Spiel.
Die Partei bestätigte ihn am Dienstag auf einem Landesparteitag erneut als Kandidaten – ein alternativer Bewerber trat nicht an, sodass Wegner die einzige Option blieb. Seine aktuelle Amtszeit könnte in 100 Tagen, am 20. September 2023, enden, doch bliebe er vorläufig im Amt, falls sich keine neue Koalition bildet.
Wegners Zukunft hängt vom Wahlausgang und möglichen Koalitionsverhandlungen ab. Selbst ohne eine CDU-geführte Regierung würde er vorerst geschäftsführend im Amt bleiben. Die anhaltende Unterstützung der Partei deutet darauf hin, dass sie trotz anhaltender Kritik weiterhin Vertrauen in seine Führung setzt.






