16 March 2026, 10:36

Kölner Dom plant umstrittenes Eintrittsgeld für Millionen Besucher

Der Eingang zum Kölner Dom in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Former Cathedral Architect Criticizes Planned Entrance Fee for Cologne Cathedral - Kölner Dom plant umstrittenes Eintrittsgeld für Millionen Besucher

Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen

Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die ikonische Kathedrale, in der die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden und die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht, steht vor wachsenden finanziellen Herausforderungen. Pläne, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einzuführen, haben bereits Kritik von Fachleuten und der Öffentlichkeit ausgelöst.

Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, lehnt die geplante Eintrittsgebühr entschieden ab. Sie bezeichnete den Schritt als "sehr problematisch" und warnte, dass dadurch der Zugang vor allem wohlhabenderen Besuchern vorbehalten bleiben könnte – was den offenen Charakter des Bauwerks verändern würde. Für viele, so Schock-Werner, sei Köln "fast gleichbedeutend mit dem Dom", und eine Gebühr könnte seine kulturelle und spirituelle Bedeutung schwächen.

Zwar erkannte sie den Bedarf an zusätzlichen Einnahmen an, doch argumentierte sie, dass eine Eintrittsgebühr den Auftrag der Kathedrale untergraben könnte. Sie betonte deren Rolle als "missionarisches Angebot der Kirche", das alle Menschen in ihre heiligen Räume einladen solle. Ihre Bedenken spiegeln den breiten öffentlichen Widerstand wider, der in den vergangenen Jahren immer wieder zu beobachten war.

In Deutschland stießen ähnliche Vorhaben für verpflichtende Gebühren an historischen Stätten bereits auf Ablehnung. Als der Kölner Dom 2023 erwog, freiwillige Spenden durch feste Eintrittspreise zu ersetzen, unterschrieben über 100.000 Menschen Petitionen gegen den Plan. Auch Medienkritik und Proteste führten dazu, dass Lübecks Holstentor seine für 2024 geplante Gebühr wieder fallen ließ. Die meisten solchen Vorhaben wurden entweder verworfen oder so angepasst, dass der Zugang spendebasiert blieb.

Die genaue Höhe der Gebühr steht noch nicht fest, doch die Verantwortlichen streben eine Umsetzung bis Jahresende an. Sollte sie eingeführt werden, wäre dies ein einschneidender Wandel für ein Bauwerk, das seit Jahrhunderten als kostenlos zugängliches Wahrzeichen der Öffentlichkeit dient. Die Entscheidung wird voraussichtlich davon abhängen, wie sich finanzielle Notwendigkeiten mit der langjährigen Tradition des offenen Zugangs in Einklang bringen lassen.

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