Kriminalität in Niedersachsen sinkt – doch häusliche Gewalt und Messerdelikte steigen
Romuald SchweitzerKriminalität in Niedersachsen sinkt – doch häusliche Gewalt und Messerdelikte steigen
Kriminalität im nordwestlichen Niedersachsen weiter rückläufig – doch Haushaltsgewalt und Messerdelikte bleiben Problemfelder
Die Kriminalität im nordwestlichen Niedersachsen hat ihren Abwärtstrend fortgesetzt: Die Zahlen für 2025 zeigen einen Rückgang um 2 % im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden 81.539 Straftaten registriert – ein Minus von 23.000 Fällen im Vergleich zu den letzten zwei Jahrzehnten. Trotz dieses positiven Trends bereiten bestimmte Bereiche wie häusliche Gewalt und messerbezogene Vorfälle den Behörden weiterhin Sorgen.
Die allgemeine Sicherheitslage in der Region wird als stabil beschrieben, mit anhaltend sinkenden Kriminalitätsraten. Gewaltdelikte bleiben jedoch ein zentraler Schwerpunkt: 2025 wurden 14.568 Fälle verzeichnet, darunter fast 10.000 Körperverletzungen. Besonders in Erinnerung blieben zwei mutmaßliche Tötungsdelikte im häuslichen Umfeld in Osnabrück im vergangenen Jahr, die die anhaltenden Herausforderungen bei der Bekämpfung schwerer Gewalt unterstreichen.
Auch die Zahl der Messerdelikte stieg an und erreichte 438 Fälle, wobei es sich meist um Bedrohungen und nicht um tatsächliche Angriffe handelte. Bei der Jugendkriminalität zeigten sich gemischte Trends: Während die Zahl der jugendlichen Tatverdächtigen (14 bis 18 Jahre) sank, nahm die Kriminalität unter Kindern unter 14 Jahren zu. Insgesamt wurden 5.868 Straftaten mit Minderjährigen in Verbindung gebracht – ein leichter Rückgang gegenüber 2024.
Digitale Straftaten, insbesondere die Verbreitung pornografischer Inhalte über Messenger-Dienste und soziale Medien, blieben ein Problem: Hier wurden 867 Fälle gemeldet. Die Zahlen zu häuslicher Gewalt blieben mit 4.893 Fällen unverändert auf einem besorgniserregend hohen Niveau. Regionale Vergleiche zeigen ähnliche Rückgänge in anderen Gebieten, etwa in Reutlingen, wo die Kriminalität insgesamt um 3,7 % sank, während sich die Entwicklung bei Cyberkriminalität unterschiedlich darstellte.
Die Daten für 2025 bestätigen den langfristigen Rückgang der Kriminalität im nordwestlichen Niedersachsen – ein Minus von 23.000 Fällen innerhalb von 20 Jahren. Dennoch erfordern spezifische Problemfelder wie Messerbedrohungen, häusliche Gewalt und digitale Straftaten weiterhin besondere Aufmerksamkeit. Die Behörden betonen die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen in diesen Bereichen, um die insgesamt stabile Sicherheitslage der Region zu erhalten.






