Krisenbonus der Ampel scheitert am Widerstand der Bundesländer
Bundespolitisch geplanter Krisenbonus stößt auf massiven Widerstand der Länder
Die von der Bundesregierung vorgeschlagene Krisenprämie ist auf scharfe Ablehnung der meisten Bundesländer gestoßen. Die Maßnahme, die Arbeitnehmern mit einer steuerfreien Zahlung helfen sollte, wurde dafür kritisiert, viele Beschäftigte auszuschließen. Vertreter mehrerer Regionen bemängelten, der Plan sei ungerecht und schlecht konzipiert.
Die von SPD, Grünen und FDP gebildete Ampelkoalition hatte den Krisenbonus nach einer Sitzung des Koalitionsausschusses beschlossen. Demnach könnten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern bis Juni 2027 bis zu 1.000 Euro steuer- und abgabenfrei auszahlen. Zudem war im Paket ein Treibstoffrabatt enthalten.
Doch viele Länder lehnten den Vorschlag ab. Manuela Schwesig, die SPD-Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, warnte, dass nur ein kleiner Teil der Beschäftigten von der Prämie profitieren würde. Sie nannte den Plan „ungerecht“ und forderte die Bundesregierung auf, stattdessen breitere Steuerentlastungen für Gering- und Mittelverdiener in den Fokus zu nehmen.
Winfried Kretschmann, der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, kritisierte die Regelung in seiner letzten Rede vor dem Bundesrat. Gute Absichten allein garantierten noch keine wirksame Gesetzgebung, betonte er. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) ergänzte, der Bonus würde dem Staat 2,8 Milliarden Euro an Steuermindereinnahmen kosten – wobei zwei Drittel der Last auf die Länder entfielen.
Die Bundesregierung kann nun den Vermittlungsausschuss anrufen, um einen Kompromiss zu finden. Die Länder waren bei der Planung der Prämie zunächst nicht einbezogen worden, obwohl sie einen Großteil der Kosten tragen sollen.
Die Zukunft des Krisenbonus ist nach der breiten Ablehnung durch die Länder ungewiss. Die Bundesregierung muss nun eine Lösung aushandeln, die die Bedenken hinsichtlich Gerechtigkeit und Finanzierbarkeit ausräumt. Jeder überarbeitete Plan wird abwägen müssen zwischen der Unterstützung für Beschäftigte und den Auswirkungen auf die Haushalte der Länder.






