Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Ivanka BlümelSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen 2022 ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in Belarus. Die Preisverleihung fand am 16. März im Aachener Krönungssaal statt, wo zuvor bereits Papst Franziskus und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton geehrt wurden.
In diesem Jahr teilt sich Kolesnikowa die Auszeichnung mit Mario Draghi, dem früheren Präsidenten der Europäischen Zentralbank und Italiens Ex-Ministerpräsidenten.
Die ausgebildete Musikerin und Kulturmanagerin wurde während der Massenproteste 2020 gegen den autoritären Machthaber Belarusslands, Alexander Lukaschenko, zu einer Schlüsselfigur. Für ihr Engagement wurde sie zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Anders als viele Oppositionelle lehnte sie es ab, das Land zu verlassen und ins Exil zu gehen.
Das Karlspreis-Komitee ehrte ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen Lukaschenkos Regime. Zu den früheren Preisträgern der seit 1950 vergebenen Auszeichnung zählen der französische Präsident Emmanuel Macron und andere führende europäische Persönlichkeiten.
Seit Kolesnikowas Inhaftierung hat die Repression in Belarus weiter zugenommen. Die Lukaschenko-Regierung stufte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) am 12. März 2026 als "extremistisch" ein. Zudem kam es im Zusammenhang mit dem Datenleck "Hajun" aus dem Jahr 2025 zu Verhaftungen. Unterdessen kündigte der Internationale Strafgerichtshof am selben Tag vorläufige Ermittlungen zur Deportation von Regimekritikern an.
Innerhalb Belarusslands sind Proteste aufgrund geschlossener Grenzen und Reisebeschränkungen weitgehend zum Erliegen gekommen. Oppositionelle Aktivitäten finden nun vor allem im Ausland statt, etwa durch wöchentliche Kundgebungen belarussischer Exilanten in Polen.
Nach ihrer Freilassung lebt Kolesnikowa im Exil, wo ihr Deutschland politisches Asyl gewährt hat. Der Karlspreis unterstreicht ihren anhaltenden Kampf für Demokratie in Belarus. Gleichzeitig setzt das Lukaschenko-Regime seine Unterdrückungspolitik fort, sodass oppositionelle Gruppen überwiegend von außerhalb des Landes agieren müssen.