Massenrücktritt in der Mittelstandsunion: Warum der Hof-Vorstand die CSU verlässt
Romuald SchweitzerMassenrücktritt in der Mittelstandsunion: Warum der Hof-Vorstand die CSU verlässt
Gesamter Vorstand der Mittelstandsunion im bayerischen Landkreis Hof tritt zurück
Der Rücktritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Unzufriedenheit mit der Ausrichtung der Organisation und ihrem Verhältnis zur CSU. Die Vorstandsmitglieder erklärten, sie könnten die Interessen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) nicht mehr glaubwürdig vertreten.
Cornelia und Yvonne Jeschek, Doris Wirth-Narr, Claus Hofmann sowie Sascha Rödel legten sämtliche Ämter nieder und verließen die Mittelstandsunion vollständig – mit der Begründung, es fehle an echtem Einfluss. Auch Michael Kretzer, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der Mittelstandsunion in Oberfranken, trat sowohl aus der Organisation als auch aus der CSU aus.
Die Rücktrittswilligen kritisierten insbesondere die Rentenpolitik und die steigenden Kosten. Sie hätten den Eindruck, dass Entscheidungen, die KMU betreffen, oft ohne ihre Mitsprache getroffen würden. Demokratische Prozesse innerhalb der Organisation hätten an Glaubwürdigkeit verloren, da Ergebnisse häufig vorentschieden schienen.
Die Kritik beschränkt sich dabei nicht auf die lokale Ebene. Auch auf regionaler und Landesebene sei das Engagement für KMU-Belange nachgelassen. Unternehmer fühlten sich innerhalb der Union zunehmend nicht mehr vertreten.
Mit den Rücktritten bleibt die Mittelstandsunion im Landkreis Hof führungslos. Die ehemaligen Vorstandsmitglieder sind überzeugt, dass sie unter den aktuellen CSU-Strukturen die Interessen des Mittelstands nicht mehr wirksam vertreten können. Ihr Schritt unterstreicht eine grundsätzliche Unzufriedenheit mit der Politik und den Entscheidungsprozessen der Organisation.
