14 June 2026, 10:22

P-Konten in der Kritik: Warum Schuldner oft ohne Schutz dastehen

Telefonische Sprechstunden        Caritas warnt vor Problemen mit P-Konten

P-Konten in der Kritik: Warum Schuldner oft ohne Schutz dastehen

Pfändungsschutzkonten (P-Konten) in Deutschland stehen während der Schuldnerberatungs-Aktionswoche vom 15. bis 19. Juni in der Kritik

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) weist auf gravierende Mängel im System hin, die viele Konteninhaber im Falle von Kontopfändungen schutzlos zurücklassen. Häufig sperren Banken bei Eingang eines Pfändungsbeschlusses sofort das gesamte Guthaben auf dem Girokonto. Betroffene müssen dann eigeninitiativ ihr Konto in ein P-Konto umwandeln, um Zugang zu den freigestellten Beträgen zu erhalten. Doch selbst die gesetzlich vorgeschriebenen Freibeträge werden oft nicht rechtzeitig berücksichtigt – mit der Folge, dass Menschen ohne Geld für lebensnotwendige Ausgaben dastehen.

Kritik gibt es auch an den Basiskonten, die eigentlich allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu einem Girokonto garantieren sollen. Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterein beim Caritasverband Kempen-Viersen, fordert dringend politische Maßnahmen: „Wir brauchen klarere rechtliche Vorgaben, besser geschultes Bankpersonal und konsequente Sanktionen bei Verstößen.“

Der Caritasverband Kempen-Viersen, der in Viersen, Dülken und Schwalmtal Schuldnerberatungsstellen betreibt, berichtet von immer wiederkehrenden Verzögerungen bei der Umstellung von Konten nach Pfändungsregeln. Monatlich werden in Deutschland zwischen 300.000 und 350.000 Konten gepfändet. Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz am Donnerstag, den 18. Juni, von 11 bis 12 Uhr eine telefonische Beratungsstunde an.

Das aktuelle System versagt oft dabei, schutzbedürftige Konteninhaber vor akuten finanziellen Notlagen zu bewahren. Beratungsstellen und Verbände drängen auf Reformen, um rechtzeitige Freibetragsregelungen und transparente Bankverfahren durchzusetzen. Ohne Änderungen werden viele Menschen weiterhin mit unnötigen Verzögerungen und gesperrten Konten konfrontiert sein.

Quelle