21 April 2026, 02:25

Rechtswissenschaftler fordert Reform der Strafen für Fahrpreishinterziehung

Zeichen an einer Zugtür, das das Tragen von Gesichtsbedeckungen auf öffentlichen Verkehrsmitteln vorschreibt, mit Strafen für Nichtbefolgung, in der Mitte eines Glasfensters.

Rechtswissenschaftler fordert Reform der Strafen für Fahrpreishinterziehung

Fahrpreishinterziehung bleibt ein umstrittenes Thema im deutschen Rechtssystem – jeder vierte Ersatzfreiheitsstrafe steht im Zusammenhang mit diesem Delikt. Der Rechtswissenschaftler Helmut Frister fordert eine Reform der geltenden Gesetze, da diese die Gerichte unnötig belasten. Seine Vorschläge zielen darauf ab, Bagatellfälle umzustufen, während schwerwiegendere Verstöße weiterhin streng geahndet werden sollen.

Frister stuft einfache Fahrpreishinterziehung – etwa wenn keine Sperren überwunden werden – als zivilrechtliches Vergehen und nicht als Straftat ein. Seiner Meinung nach sollte nur wirklich verwerfliches Verhalten strafrechtlich verfolgt werden. Dennoch lehnt er eine vollständige Abschaffung von Paragraf 265a des Strafgesetzbuchs ab und warnt vor ungewollten Folgen einer pauschalen Streichung.

Im Jahr 2024 entfiel auf den Fernverkehr jeder achte gemeldete Fall von Schwarzfahren. Frister räumt ein, dass solche Verstöße je nach Umständen durchaus strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können. Allerdings kritisiert er, dass das aktuelle System das Strafrecht nicht als letztes Mittel einsetzt und die Gerichte mit Kleinstdelikten überlastet.

Auch eine Herabstufung der Fahrpreishinterziehung zu einer Ordnungswidrigkeit lehnt Frister ab. Sein Hauptbedenken gilt dem Zwangshaftvollzug, der selbst bei einer Umklassifizierung des Delikts zu Freiheitsentzug führen könnte. Stattdessen schlägt er gezielte Gesetzesänderungen vor, um die Justiz zu entlasten, ohne die Abschreckung bei schweren Fällen zu verringern.

Die Debatte über die Regelungen zur Schwarzfahrt hält an. Fristers Empfehlungen konzentrieren sich darauf, den Stau in den Gerichten zu verringern. Sein Ansatz vereint Milde bei Bagatellen mit schärferen Maßnahmen bei vorsätzlichen Verstößen. Jede gesetzliche Neuregelung müsste klar zwischen zivilrechtlichen Vergehen und strafbarem Fehlverhalten unterscheiden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle