Rheinmetall wächst trotz enttäuschender Quartalszahlen und Rekordauftragsbestand
Nurten HarloffRheinmetall wächst trotz enttäuschender Quartalszahlen und Rekordauftragsbestand
Rheinmetall verzeichnet gemischte Quartalsergebnisse trotz wachsendem Auftragsbestand
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat für das erste Quartal gemischte Ergebnisse gemeldet, obwohl der Auftragsbestand weiter wächst. Zwar stiegen Umsatz und Ertrag, beide Werte blieben jedoch hinter den Markterwartungen zurück. Gleichzeitig treibt das Unternehmen seine Expansionspläne im Bereich Raketentechnik, Marinesysteme und internationale Partnerschaften voran.
Der Umsatz von Rheinmetall lag im ersten Quartal bei 1,94 Milliarden Euro – ein Plus von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allerdings verfehlte das Unternehmen damit die Prognosen der Analysten um 330 Millionen Euro. Der operative Gewinn kletterte um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro, blieb aber 38 Millionen Euro unter den Erwartungen. Nach Bekanntgabe der Zahlen gaben die Aktien des Konzerns um über 2 Prozent nach.
Der Auftragsbestand des Unternehmens stieg indes um 31 Prozent auf 73 Milliarden Euro – erstmals flossen dabei die Marinesparte in die Bilanz ein. Um diesen Bereich weiter zu stärken, prüft Rheinmetall die Übernahme der German Naval Yards Kiel sowie eine Beteiligung an der rumänischen Werft Mangalia.
Im Raketengeschäft sucht der Konzern Kooperationen mit dem US-Unternehmen Raytheon und dem niederländischen Unternehmen Destinus. Mit Destinus plant Rheinmetall, ab Ende 2026 oder Anfang 2027 die Produktion von Marschflugkörpern aufzunehmen. Die Gespräche mit Lockheed Martin über Produktionsstätten für Raketensysteme verlaufen laut Vorstandsvorsitzendem Armin Papperger hingegen langsamer als erwartet.
Darüber hinaus verhandelt Rheinmetall mit mehreren Ländern im Nahen Osten über die Lieferung von bis zu zehn Luftabwehrsystemen im Jahr 2025. Trotz der enttäuschenden Quartalszahlen hält das Unternehmen an seiner Prognose für das Gesamtjahr 2026 fest: Ein Umsatz von 14 bis 14,5 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von etwa 19 Prozent wird angestrebt.
Rheinmetalls Ergebnis für das erste Quartal zeigt zwar Wachstum, verfehlte aber die Markterwartungen, was zu einem Kursrückgang der Aktie führte. Dennoch baut der Konzern seine Kapazitäten im Marine- und Raketenbereich durch Übernahmen und Partnerschaften weiter aus. Mit einem Rekordauftragsbestand und laufenden Verhandlungen bleibt der Fokus auf langfristigen Rüstungsaufträgen und internationalen Absatzmärkten.






