Stefan Evers übernimmt Berlins Kulturamt nach Rücktritt von Wedl-Wilson
Ivanka BlümelStefan Evers übernimmt Berlins Kulturamt nach Rücktritt von Wedl-Wilson
Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson trat am Freitag zurück – als Reaktion auf einen kritischen Prüfbericht. Ihr Rückzug löste eine rasche Umbesetzung in der Stadtregierung aus. Stefan Evers (CDU) übernimmt nun die Leitung der Senatsverwaltung für Kultur, behält aber gleichzeitig sein Amt als Finanzsenator.
Wedl-Wilson, die als parteilose Expertin amtierte, verließ ihr Amt nach den Feststellungen des Berliner Rechnungshofs. Der Bericht hatte unrechtmäßig bewilligte Mittel für Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus aufgedeckt. Ihr Ausscheiden schuf dringenden Handlungsbedarf für eine Nachfolge.
Zunächst galt Thomas Heilmann (CDU) als Favorit für den Kulturposten. Doch die CDU-Bezirksvorsitzenden trafen sich am Dienstagabend und entschieden sich stattdessen für Evers. Parteimitglieder dankten ihm für die Bereitschaft, die zusätzliche Verantwortung in einer schwierigen Phase zu übernehmen.
Evers wurde aufgrund seiner finanziellen Expertise und seines starken Interesses an Kulturthemen ausgewählt. Aktuell verhandelt er das Berliner Kapitalfinanzierungsabkommen, das direkt die Förderung von Kunst und Kulturerbe in der Stadt beeinflusst. Seine Doppelfunktion wird bis zu den Landtagswahlen im September 2020 andauern.
Bis zur anstehenden Wahl leitet Evers nun sowohl das Finanz- als auch das Kulturressort. Seine Berufung soll dem Sektor nach dem Prüfskandal Stabilität verleihen. Die Entscheidung spiegelt das Vertrauen wider, dass er finanzielle und kulturelle Prioritäten gleichermaßen steuern kann.






