19 June 2026, 22:20

Verurteilter Mörder flieht während Hafturlaubs aus niedersächsischem Gefängnis

Flucht wirft Fragen auf: Mörder bekommt Tagesausgang - Wie kann das sein?

Verurteilter Mörder flieht während Hafturlaubs aus niedersächsischem Gefängnis

Ein wegen Mordes verurteilter Straftäter, Benjamin F., ist während eines begleiteten Ausgangs aus dem Gefängnis Celle in Peine geflohen. Der Vorfall hat Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Hafturlaubsregelungen in Niedersachsen ausgelöst. Nun stellt sich die Frage, wie eine solche Flucht unter Aufsicht überhaupt möglich war.

Benjamin F. verbüßte eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes. Nach Paragraf 13 des Niedersächsischen Justizvollzugsgesetzes können zu lebenslanger Haft verurteilte Straftäter Lockerungen gewährt werden, wenn sie mindestens zehn Jahre in Haft waren. Für unbeaufsichtigte Aktivitäten oder kurzfristigen Hafturlaub gilt eine Wartefrist von acht Jahren – vorausgesetzt, der Gefangene zeigt keine Flucht- oder Rückfallgefahr.

Die Gefängnisbehörden hatten Benjamin F. zuvor bereits 38 begleitete Ausgänge ohne Zwischenfälle genehmigt. Bei seiner Flucht besuchte er seine Mutter im Peiner Ortsteil Vöhrum. Anschließend ergiff er mit seinem Motorrad die Flucht, wurde jedoch später in Italien nach einem Verkehrsunfall wieder gefasst.

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Die CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen zeigte sich angesichts der Flucht unverständnis und besorgt. Die Haftvorschriften sehen vor, dass Begleitpersonen während des Hafturlaubs nicht dazu bestimmt sind, Fluchten oder Straftaten zu verhindern, und auch keine lückenlose Überwachung garantieren. Das zuständige Ministerium untersucht den Vorfall nun, hat sich zu den Erkenntnissen oder möglichen Konsequenzen für die Abläufe jedoch noch nicht geäußert.

Die Flucht wirft ein Schlaglicht auf die Risiken, die mit Hafturlaub für Hochsicherheitsgefangene verbunden sind. Die Ermittlungen könnten zu einer Überprüfung der aktuellen Regelungen in Niedersachsen führen. Erwartet wird, dass die Behörden prüfen, ob zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen notwendig sind, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern.

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