Weltwirtschaft leidet unter fossiler Abhängigkeit – doch der Ausstieg stockt
Vadim BlochWeltwirtschaft leidet unter fossiler Abhängigkeit – doch der Ausstieg stockt
Die Konflikte der letzten Jahre haben die starke Abhängigkeit der Weltwirtschaft von Öl und Gas offenbart. Der UN-Klimachef Simon Stiell warnte, dass diese Abhängigkeit eine globale Kostenkrise bei fossilen Brennstoffen ausgelöst habe. Energiesysteme, die an fossile Lieferketten gebunden sind, bleiben verwundbar, wie die Internationale Energieagentur (IEA) feststellt.
Der Klimagipfel des vergangenen Jahres scheiterte daran, einen klaren Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Energien zu vereinbaren. Heftiger Widerstand der großen ölproduzierenden Nationen blockierte Fortschritte. Dennoch starteten Anfang dieses Jahres rund 60 Länder in Kolumbien eine Initiative, um sich von fossilen Brennstoffen zu lösen.
Jüngste Preisschocks im Energiesektor haben politische Debatten in Richtung erneuerbarer Energien gelenkt. Viele Regierungen sehen saubere Energie mittlerweile als Weg zu größerer Unabhängigkeit. Die anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wird mit importierter Inflation und wirtschaftlicher Instabilität in Verbindung gebracht.
Verhandler aus Afrika betonen, dass Entwicklungsländer weiterhin auf fossile Energien angewiesen sind – sowohl für den Zugang zu Energie als auch für staatliche Einnahmen. Fast 200 Länder stehen vor der Herausforderung, den Energiebedarf zu decken und gleichzeitig ihre Klimazusagen einzuhalten. Unterdessen prägen die Gespräche in Bonn die Agenda für den Klimagipfel COP 2026 in der Türkei.
Die Welt steht weiterhin unter Druck, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, ohne die Energiesicherheit zu gefährden. Der Umstieg auf erneuerbare Energien gewinnt zwar an Fahrt, doch wirtschaftliche und politische Hindernisse bleiben bestehen. Der anstehende COP-Gipfel wird sich mit diesen widerstreitenden Prioritäten auseinandersetzen müssen.






