14 April 2026, 02:31

Wie Misstrauen in Institutionen rechtsextreme Bewegungen stärkt – eine alarmierende Analyse

Eine gelbliche, leicht zerknitterte Zeitung mit der überschrift "Semanario Repúblicano Democrático Federal" und dem Wort "Diskussion" darauf in Schwarz geschrieben.

Wie Misstrauen in Institutionen rechtsextreme Bewegungen stärkt – eine alarmierende Analyse

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum Misstrauen gegenüber öffentlichen Institutionen den Aufstieg rechtsextremer Bewegungen befeuert. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Skepsis gegenüber Gerichten, Wissenschaft und Medien Menschen in die Arme populistischer Parteien treibt. Diese Gruppen, so seine These, gedeihen nicht durch Beweise oder politische Erfolge, sondern durch geteiltes Misstrauen.

El-Mafaalani zeigt auf, wie digitale Medien es misstrauischen Einzelpersonen ermöglichen, sich zu vernetzen und zu organisieren. Während sie früher isoliert waren, bilden sie heute eng verbundene Netzwerke, die ihr Misstrauen weiter verstärken. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" setzen ihr Vertrauen in Parteien, die die liberale Demokratie offen ablehnen.

Seine Analyse hilft, den Erfolg von Figuren wie Donald Trump oder der deutschen AfD zu erklären. Populistische Strategen, so El-Mafaalani, untergraben gezielt das Vertrauen in Institutionen, um ihre eigenen Erzählungen attraktiver zu machen. Der Soziologe warnt: Selbst wenn die AfD an die Macht käme und versagte, würden ihre Anhänger nicht automatisch zu den etablierten Parteien zurückkehren.

Peter Unfried, Chefredakteur von FUTURZWEI, fragt, wie Gesellschaften diesem Trend begegnen können. El-Mafaalanis Arbeit legt nahe, dass es nicht ausreicht, lediglich die Inkompetenz der Rechten bloßzustellen. Stattdessen plädiert er für eine tiefgreifendere Auseinandersetzung mit den zugrundeliegenden Dynamiken, die das Misstrauen überhaupt erst entstehen lassen.

Das Buch benennt eine zentrale Herausforderung: Ist Misstrauen erst einmal verankert, wird es selbsttragend. AfD-Wähler etwa werden die Partei kaum verlassen, selbst wenn sie in der Regierung versagt. El-Mafaalanis Erkenntnisse unterstreichen, wie dringend Strategien nötig sind, die den Vertrauensverlust bekämpfen – bevor populistische Bewegungen noch weiter an Einfluss gewinnen.

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