Wie sich die Kaufkraft der Deutschen seit den 1990ern radikal verbessert hat
Nurten HarloffWie sich die Kaufkraft der Deutschen seit den 1990ern radikal verbessert hat
Deutsche müssen heute deutlich weniger arbeiten, um sich Alltagsgüter leisten zu können als noch in den frühen 1990er-Jahren. Eine aktuelle Studie zeigt, wie steigende Löhne und stabile Preise die Arbeitszeit, die für den Kauf von Fernsehern, Anzügen oder Kühlschränken nötig ist, drastisch reduziert haben. Doch einige Ausgaben – etwa für Friseurbesuche oder Strom – erfordern heute etwas mehr Einsatz als damals.
1991 verdiente ein durchschnittlicher Arbeitnehmer umgerechnet 10,21 Euro pro Stunde. Bis 2023 stieg dieser Wert auf 25,56 Euro. Dieser deutliche Lohnanstieg, kombiniert mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von nur etwa 1,8 Prozent pro Jahr, hat viele Waren deutlich erschwinglicher gemacht.
Ein einfacher Fernseher kostete damals noch über 78 Arbeitsstunden – heute ist ein moderner Smart-TV bereits nach 19,5 Stunden bezahlt. Ähnlich verhält es sich beim Kühlschrank: Während man 1991 noch 42 Stunden arbeiten musste, reicht heute eine 25-Stunden-Woche, um sich ein neues Modell leisten zu können. Auch Kleidung ist in Sachen Arbeitszeit günstiger geworden: Ein Herrenanzug erfordert heute fast 11 Stunden weniger als vor drei Jahrzehnten.
Doch nicht alle Ausgaben sind gesunken. Eine Damenfrisur schlägt heute mit 8 Minuten mehr Arbeitszeit zu Buche als 1991, und für 200 Kilowattstunden Strom muss man 12 Minuten länger arbeiten. Selbst ein Zeitungsabo kostet 53 Minuten mehr an Arbeitsaufwand.
Die Studie offenbart einen klaren Trend: Für größere Anschaffungen müssen Deutsche heute deutlich weniger arbeiten als früher. Zwar verlangen einige Alltagsdienstleistungen und Versorgungsleistungen etwas mehr Einsatz, doch insgesamt bleibt der Zugewinn an Kaufkraft beträchtlich. Diese Entwicklung spiegelt das stetige Lohnwachstum und die kontrollierte Inflation der letzten 30 Jahre wider.






