Wiesbadens Fastnachtszug bekommt neuen Abschluss: "Gans am End" ersetzt umstrittene Tradition
Nurten HarloffWiesbadens Fastnachtszug bekommt neuen Abschluss: "Gans am End" ersetzt umstrittene Tradition
Wiesbadens berühmter Fastnachtssonntagszug erhält in diesem Jahr eine Änderung beim Abschlusswagen: Die seit zwei Jahrzehnten traditionelle Figur "Zugen(d)te", die bisher das Ende des Umzugs markierte, wird nach einer rechtlichen Beschwerde umbenannt. Der neue Name "Gans am End" – zu Deutsch "Gans am Ende" – ist eine Reaktion der Veranstalter, um einen Streit um Markenrechte mit Mainz zu vermeiden.
Die "Zugen(d)te" schloss seit fast 20 Jahren den Wiesbadener Fastnachtsumzug ab – ähnlich wie der Rosenmontagszug in Mainz. Doch während die Figur jahrelang unbeanstandet blieb, gab es nun rechtlichen Widerspruch: Hannsgeorg Schönig, Präsident des Mainzer Carneval-Vereins, reklamierte die Nutzung des Namens, der für Mainzer Veranstaltungen rechtlich geschützt ist.
Bei den Bauarbeiten am Wagen fiel den Verantwortlichen kürzlich eine weitere Ungereimtheit auf: Die Figur sieht überhaupt nicht wie eine Ente aus. Mit Warnweste und Besen ausgestattet, ähnelt sie kaum der gelb gefiederten Mainzer "Zugente". Die Wiesbadener Variante trägt stattdessen weiße Federn, was die Unterschiede noch deutlicher macht. Guntram Eisenmann, künstlerischer Leiter des Dacho-Vereins, bestätigte, dass die Beschriftung entfernt werde, um weitere juristische Probleme zu vermeiden.
Die Tradition eines abschließenden Symbols in beiden Städten geht auf mittelalterliche Zunftumzüge zurück. Während Mainz im Laufe der Zeit aufwendige, politisch geprägte Finalakte wie das "Narrenschiff" entwickelte – ein Ausdruck katholischer Prunkfreude –, blieb Wiesbaden schlichter und bezog regionale Elemente der hessischen Weinkultur ein. Dieser Kontrast wurde durch die protestantische Zurückhaltung geprägt und vertiefte sich nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich die Karnevalskultur jeder Stadt eigenständig weiterentwickelte.
Die nun in "Gans am End" umbenannte Figur wird künftig den Wiesbadener Umzug beschließen und setzt damit eine langjährige Tradition unter neuem Namen fort. Die Änderung vermeidet rechtliche Konflikte, bewahrt aber den Geist der Veranstaltung. Die Veranstalter haben sich mit der Anpassung arrangiert – der Abschluss des Zuges bleibt damit ein Höhepunkt für die Zuschauer.
Wiesbaden's 77th DACHO Parade Concludes Successfully with 'Gans am End'
The 77th DACHO parade in Wiesbaden concluded smoothly on February 15, 2026, with its renamed 'Gans am End' closing figure. Key developments include:
- Wagenbauer Mario Kollozeike proposed the name change, noting 'That's a goose!' due to the white-feathered design.
- Over 350,000 spectators attended, confirming the event's popularity despite legal adjustments.
- Wiesbaden remains the only German city to feature a goose as a parade finale.





