31 March 2026, 20:27

Wolf greift Frau in Hamburg an – was nun mit dem Tier passiert

Liniengraph, der das Wachstum der Wolfsbevölkerung in Deutschland von 2000 bis 2021 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Wolf greift Frau in Hamburg an – was nun mit dem Tier passiert

Wolf greift Frau in Hamburg-Altona an – erster Vorfall dieser Art seit Rückkehr der Tiere

Am Montagabend wurde eine Frau in Hamburg-Altona von einem Wolf angegriffen – der erste bekannte Vorfall dieser Art in Deutschland, seit die Tiere wieder im Land heimisch sind. Die Frau erlitt Bissverletzungen im Gesicht, als sie versuchte, das in einem Durchgang mit automatischen Türen eingeklemmte Tier zu befreien. Nun müssen die Behörden über das Schicksal des Wolfs entscheiden, nachdem es in einem städtischen Gebiet zu dieser seltenen Konfrontation kam.

Der Angriff ereignete sich, als die Frau dem Wolf helfen wollte, der sich in einem beenigten Raum verfangen hatte. Anders als in ländlichen Regionen gibt es in Hamburg und Umgebung keine bestätigten ansässigen Wolfsrudel, was die Begegnung besonders ungewöhnlich macht. Das Tier konnte später ohne Betäubung gefangen und vorläufig in der Wildtierstation Klövensteen im Stadtteil Rissen untergebracht werden.

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Forderungen nach klarer Lösung: Freilassung oder Tötung?

Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbands (DJV), betonte, dass eine dauerhafte Haltung eines Wildwolfs in Gefangenschaft aus Tierschutzgründen nicht vertretbar sei. Er schlug zwei Lösungen vor: entweder die Tötung des Tieres oder seine Freilassung mit einem Peilsender. Seine Aussagen erinnerten an einen Fall aus dem Jahr 2016 in Niedersachsen, wo ein Wolf namens Kurti erschossen wurde, nachdem er trotz GPS-Halsband wiederholt Spaziergänger mit Hunden aufgesucht hatte.

Dammann-Tamke verwies darauf, dass das gezielte Entnehmen einzelner Wölfe ganze Rudel davon abhalten könne, sich Menschen zu nähern. Die Verantwortung für die Entscheidung liege bei den Politikern, die einen ausgewogenen Umgang finden müssten. Laut Zahlen von Oktober 2025 leben in Deutschland derzeit etwa 219 Wolfsrudel, 43 territoriale Paare und 14 Einzeltiere. Ziel bleibe es, Konflikte zwischen Menschen, Wölfen und Nutztierhaltern zu minimieren.

Der Vorfall wirft nun Fragen zum Umgang mit Wölfen in städtischen Gebieten auf. Die Behörden stehen vor der Wahl, das Tier mit Überwachung freizulassen oder es zu töten. Ihre Entscheidung wird richtungsweisend für künftige Regelungen zu Mensch-Wolf-Begegnungen in Deutschland sein.

Quelle