18 March 2026, 08:29

500-Milliarden-Fonds für Klima und Infrastruktur: Wo das Geld wirklich blieb

Deutsches Auslandsdarlehen-Zertifikat aus dem Jahr 1924 mit einem Porträt einer Frau, bedruckt mit Text und numerischer Bezeichnung.

Grüne werfen Union und SPD vor, Versprechen zur Verfassungsänderung für Sondervermögen zu brechen - 500-Milliarden-Fonds für Klima und Infrastruktur: Wo das Geld wirklich blieb

Ein 500-Milliarden-Euro-Sonderfonds für Klima und Infrastruktur ist in die Kritik geraten, nachdem Berichte enthüllten, dass das meiste Geld nicht wie versprochen verwendet wurde. Der 2025 eingeführte Fonds sollte eigentlich neue Investitionen in Klimaschutz und moderne Infrastruktur ankurbeln. Doch bereits 2026 zeigten Studien, dass bis zu 95 Prozent der Mittel stattdessen zur Deckung bestehender Haushaltslücken und für routinemäßige Instandhaltung genutzt wurden.

Für den Fonds war eine Grundgesetzänderung nötig, um die deutsche Schuldenbremse zu umgehen, die neue Kreditaufnahmen begrenzt. Die Grünen sicherten die erforderliche Zweidrittelmehrheit im Bundestag, indem sie durchsetzten, dass 100 Milliarden Euro explizit für den Klimaschutz reserviert wurden. Zudem bestanden sie darauf, dass das Geld nur für zusätzliche Investitionen und nicht für laufende Ausgaben verwendet werden dürfe.

Ein Jahr später ergab eine Untersuchung der Institute IW und Ifo, dass 86 bis 95 Prozent der Mittel umgelenkt worden waren. Statt neue Projekte zu finanzieren, floss das Geld in Deckungslücken im Verkehrssektor, im Bildungsbereich und anderen Bereichen. Tatsächlich neue Investitionen blieben minimal und hatten kaum Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum.

Die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner warf der Union und der SPD vor, ihr Wort gebrochen zu haben. Sie kritisierte die Koalition scharf dafür, das Vertrauen der Bevölkerung missbraucht zu haben, indem der Fonds zweckentfremdet wurde – statt funktionsfähige Brücken zu bauen, Schulen zu verbessern oder den Klimaschutz voranzutreiben. Die Grünen behaupten, die Regierung habe die verfassungsrechtliche Vereinbarung verletzt, die die Schuldenausnahme überhaupt erst ermöglicht hatte.

Der Wirtschaftswissenschaftler Lars Feld zeigte sich angesichts der Ifo-Ergebnisse kaum überrascht. Die Analyse habe gezeigt, dass von den 24,3 Milliarden Euro, die 2025 aus dem Fonds entnommen wurden, nur 5 Prozent in echte Neuinvestitionen flossen. Unterdessen forderte FDP-Chef Christian Dürr Kanzler Merz auf, den Kurs zu ändern. Der Fonds sei zu einem Instrument geworden, um das Fehlen struktureller Reformen hinter weiteren Schulden zu verbergen.

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Die Kontroverse wirft Fragen zur Zukunft des Fonds auf. Da das meiste Geld von bestehenden Kosten verschlungen wurde, argumentieren Kritiker, dass seine ursprünglichen Ziele – die Beschleunigung des Klimaschutzes und die Modernisierung der Infrastruktur – verfehlt wurden. Die Debatte wirft zudem grundsätzliche Bedenken hinsichtlich der Haushaltsdisziplin und des Umgangs mit Schuldenausnahmen in der deutschen Politik auf.

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