Baden-Württemberg testet: Wie E-Auto-Besitzer mit flexiblem Laden Geld verdienen und das Stromnetz entlasten
Ivanka BlümelBaden-Württemberg testet: Wie E-Auto-Besitzer mit flexiblem Laden Geld verdienen und das Stromnetz entlasten
Groß angelegter Feldversuch in Baden-Württemberg: Wie E-Auto-Besitzer das Stromnetz entlasten – und dabei Geld verdienen
Ein großflächiger Praxistest in Baden-Württemberg zeigt, wie Besitzer von Elektrofahrzeugen (E-Autos) das Stromnetz stabilisieren und dabei ein Zusatzeinkommen erzielen können. Im Rahmen des Projekts LadeFlexBW, das 2023 gestartet wurde, passen mittlerweile rund 15.000 private Fahrzeughalter ihre Ladegewohnheiten an – und erhalten dafür eine finanzielle Vergütung. Ziel der Initiative ist es, zu beweisen, dass bereits kleine Flexibilitäten im Ladeverhalten die Netzstabilität verbessern können, ohne den Alltag der Nutzer zu beeinträchtigen.
LadeFlexBW funktioniert als freiwilliges, marktbasiertes Programm. Die Teilnehmer müssen weder ihren Energieanbieter wechseln noch ihre bestehenden Tarife anpassen. Stattdessen wird ihre Ladeflexibilität separat vermarktet und schafft so eine zusätzliche Einnahmequelle für die Fahrzeughalter.
Das Projekt nutzt das bestehende Standardlastprofil (SLP)-System, sodass keine intelligenten Stromzähler (Smart Meter) erforderlich sind. Dieser Ansatz beweist, dass netzdienliches Laden bereits mit der heutigen Infrastruktur möglich ist. Gleichzeitig ist das System skalierbar und kann von einigen hundert bis zu zehntausenden E-Autos bewältigen.
Dominique Gross, Geschäftsführer von Intelligent Energy System Services (IE2S), möchte mit dem Projekt ein Modell erproben, bei dem E-Auto-Besitzer für die Anpassung ihrer Ladezeiten bezahlt werden. Oliver Strangfeld, Vorstandsmitglied beim Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW, unterstützt solche Reallabore, um den Übergang von Pilotprojekten zur flächendeckenden Umsetzung zu beschleunigen. Bis Anfang 2026 könnten die gewonnenen Erkenntnisse die zukünftige Gestaltung von Strompreisen, digitalen Ladediensten und die Verknüpfung von E-Mobilität mit erneuerbaren Energien prägen.
Die Ergebnisse von LadeFlexBW könnten beeinflussen, wie Stromnetze künftig die Nachfrage steuern und Flexibilität belohnen. Mit bereits 15.000 teilnehmenden Fahrzeughaltern zeigt das Projekt einen praxistauglichen Weg auf, wie sich E-Auto-Laden und Netzstabilität in Einklang bringen lassen. Das Modell passt zu Europas Bestrebungen, die Nachfragesteuerung (Demand Response) auszubauen – und hält die Teilnahme für die Nutzer gleichzeitig einfach und attraktiv.






