Anti-Duckface-Tag: Warum Tausende gegen die berühmte Selfie-Pose protestieren
Nurten HarloffAnti-Duckface-Tag: Warum Tausende gegen die berühmte Selfie-Pose protestieren
Jedes Jahr am 22. Juli beteiligen sich Tausende am Anti-Duckface-Tag – einer Kampagne gegen den Trend zu Fotos mit schmollendem Mund. Die Aktion startete 2011 als humorvolle Protestbewegung des deutschen Comedy-Trios Y-TITTY und hat sich seitdem zu einer globalen Bewegung mit eigenem Abzeichen, einer Hymne und einer Online-Community entwickelt.
Der Begriff "Duckface" (wörtlich: Entenschnabel-Gesicht) beschreibt eine Pose, bei der Menschen – meist junge Frauen – die Lippen spitzen und die Wangen einziehen, um auf Fotos besonders attraktiv zu wirken. Dieser Trend verbreitete sich Anfang der 2010er-Jahre, möglicherweise inspiriert von Prominenten wie Angelina Jolie. Studien zeigten sogar, dass Frauen, die auf ihren OkCupid-Profilen Duckface-Posen nutzten, mehr Nachrichten erhielten als andere.
Die Anti-Duckface-Bewegung wurde von Y-TITTY ins Leben gerufen, die dafür einen Blog (antiduckface.com) und eine Facebook-Seite einrichteten. Beim ersten offiziellen Anti-Duckface-Tag 2012 änderten rund 21.000 Teilnehmer ihr Profilbild in das Kampagnen-Abzeichen. Die Gruppe veröffentlichte zudem eine Hymne auf YouTube, die den spielerischen, aber pointierten Charakter der Aktion unterstrich.
Das Ziel der Kampagne ist klar: Sie will die Duckface-Pose entmutigen und zu natürlicherem Lächeln in Fotos ermutigen. Über die Jahre hinweg blieb die Bewegung dabei humorvoll, aber konsequent in ihrer Kritik.
Der Anti-Duckface-Tag wird bis heute jährlich mit Online-Aktionen und Social-Media-Beteiligungen begangen. Durch die Mischung aus Witz und Gesellschaftskritik bleibt die Kampagne relevant – selbst wenn sich Fototrends weiterentwickeln. Vorerst bleibt die Aktion eine skurrile, aber beharrliche Aufforderung zu mehr Echtheit in Selfies.






