Berlin gründet Spezialfirma für die dringende Sanierung maroder Universitätsgebäude
Vadim BlochBerlin gründet Spezialfirma für die dringende Sanierung maroder Universitätsgebäude
Der Berliner Senat hat Pläne für die Gründung eines neuen Unternehmens gebilligt, das sich ausschließlich der Sanierung der maroden Universitätsgebäude der Stadt widmen soll. Mit diesem Schritt sollen dringend notwendige Reparaturen beschleunigt und die Modernisierung der Einrichtungen an den elf landeseigenen Hochschulen vorangetrieben werden. Viele der oft Jahrzehnte alten Bauten benötigen dringend Instandsetzungsmaßnahmen, deren Kosten sich auf mehrere Milliarden Euro belaufen.
Die neue Organisation mit dem Namen BHG (Berliner Hochschulbau-Gesellschaft) wird künftig für alle größeren Bau- und Instandhaltungsarbeiten an den universitätseigenen Immobilien des Landes verantwortlich sein. Sie wird insgesamt 389 Projekte steuern, wobei 240 davon direkt den seit langem anstehenden Sanierungsstau angehen sollen. Die Berliner Hochschulen nutzen derzeit rund 450 landeseigene Gebäude mit einer Gesamtfläche von 1,2 Millionen Quadratmetern – der Großteil davon stammt aus den 1960er- und 1970er-Jahren.
Die Senatsverwaltung für Wissenschaft wird jährlich etwa 300 Millionen Euro für Mietzahlungen bereitstellen. Die Hochschulen werden ihre Gebäude von der BHG anmieten, während die Sanierungen über Kredite und Mieteinnahmen finanziert werden. Zwischen 2032 und 2046 sind jährliche Investitionen in Höhe von 220,3 Millionen bis 298,6 Millionen Euro für die Hochschulmodernisierung vorgesehen.
Die Hochschulen erhalten Mitspracherechte in der BHG und werden mit Vertretern im Aufsichtsrat sitzen. Sie hatten auf verbindliche Mitbestimmungsrechte gedrängt, um ihre Interessen zu wahren. Das Gesetz zur Gründung der BHG muss jedoch noch vom Abgeordnetenhaus verabschiedet werden; die Abstimmung wird vor der Sommerpause erwartet.
Die Gesamtkosten für die Sanierung der Berliner Universitätsgebäude werden auf rund 8 Milliarden Euro geschätzt. Sobald das Gesetz in Kraft tritt, übernimmt die BHG die Steuerung der Bauvorhaben und will so den jahrzehntelang verschleppten Instandhaltungsrückstand aufarbeiten. Der Plan sichert nicht nur eine langfristige Finanzierung, sondern gibt den Hochschulen auch direkten Einfluss auf die Festlegung der Bauprioritäten.






