05 April 2026, 08:28

EU lockert Emissionsregeln für Chemieindustrie nach massivem Lobby-Druck

Balkendiagramm, das die europäischen Kunststoffmärkte im Jahr 2017 veranschaulicht und von begleitendem Text umgeben ist.

EU lockert Emissionsregeln für Chemieindustrie nach massivem Lobby-Druck

Die Europäische Kommission hat ihre Haltung zu den Emissionsvorgaben für die chemische Industrie gelockert. Nach monatelangem Druck großer Konzerne werden im Rahmen des EU-Emissionshandels (EU-ETS) künftig mehr kostenlose CO₂-Zertifikate vergeben. Die Reformen sollen die Belastung für Unternehmen verringern, ohne die Klimaziele aus den Augen zu verlieren.

Ursprünglich waren strengere Benchmarks im ETS vorgesehen, doch die Industrie wehrte sich dagegen. Evonik-Chef Christian Kullmann hatte sogar die Abschaffung oder eine radikale Reform des Systems gefordert. Gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese verfasste er später einen Gastbeitrag im Handelsblatt, in dem er zu pragmatischen Kompromissen aufrief.

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Der überarbeitete Ansatz der Kommission sieht nun großzügigere Zuteilungen kostenloser Zertifikate vor, beginnend mit Anpassungen ab 2026. Eine zentrale Neuerung betrifft die Neuberechnung der Benchmarks durch den Klimawandelausschuss sowie Reformen der Marktstabilitätsreserve (MSR). Besonders bemerkenswert: Die EU wird die Streichung von Zertifikaten innerhalb der MSR dauerhaft aufheben.

Trotz dieser Zugeständnisse bleibt der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisch. Er warnt, dass die Reformen weiterhin keine Garantien gegen künftige Verschärfungen böten. Die Vorschläge der Kommission werden am Mittwoch offiziell vorgestellt und markieren damit den nächsten Schritt bei der Überarbeitung des ETS.

Die Änderungen spiegeln einen Kurswechsel wider, der Industrieanforderungen mit Klimazielen in Einklang bringen soll. Chemiekonzerne wie BASF und Evonik profitieren von den zusätzlichen kostenlosen Zuteilungen. Langfristig bleibt jedoch ungewiss, wie sich die Reformen auf die Emissionsreduktion auswirken werden.

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