Hettich-Mitarbeiter verzichten freiwillig auf 3,1 Prozent Gehaltserhöhung
Vadim BlochHettich-Mitarbeiter verzichten freiwillig auf 3,1 Prozent Gehaltserhöhung
Tausende Mitarbeiter des Möbelzulieferers Hettich haben sich bereit erklärt, eine vereinbarte Gehaltserhöhung zu verschieben. Das Unternehmen schlug den Schritt aufgrund finanzieller Schwierigkeiten vor – betroffen sind mehr als 2.000 Beschäftigte. Berichten zufolge haben mindestens 90 Prozent der Belegschaft das Angebot angenommen.
Die Lohnerhöhung, ursprünglich für den 1. April vorgesehen, hätte 3,1 Prozent betragen sollen. Stattdessen müssen die Mitarbeiter nun ein weiteres Jahr auf die Anpassung warten, was für jeden Einzelnen Entgeltausfälle von über 1.000 Euro bedeutet. Hettich begründet die Verschiebung mit Einsparungen in Höhe mehrerer Millionen Euro für das Unternehmen.
Die Entscheidung fällt in eine Phase rückläufiger Gewinne in der gesamten deutschen Möbelbranche. Auch Homann Holzwerkstoffe, ein weiterer großer Akteur, verzeichnete 2025 einen Rückgang des bereinigten EBITDA von 56,3 Millionen auf 38,2 Millionen Euro – trotz eines Umsatzes von 383,1 Millionen Euro. Das Unternehmen schrieb in beiden Jahreshälften Verluste, obwohl die Erlöse leicht stiegen.
Die Gewerkschaft IG Metall, die die Hettich-Beschäftigten vertritt, kritisiert den Schritt scharf. Sie wirft dem Unternehmen vor, die Belegschaft unter Druck gesetzt zu haben. Hettich wies die Vorwürfe zurück und betonte, die Entscheidung sei freiwillig erfolgt. Offizielle Zahlen, wie viele Mitarbeiter dem Vorschlag zugestimmt haben, liegen noch nicht vor.
Der Lohnverzicht spiegelt die allgemeinen Herausforderungen der Möbelbranche wider. Steigende Verbraucherpreise und sinkende Profitabilität zwingen viele Unternehmen zu Sparmaßnahmen. Hettichs Vorgehen könnte Schulbeispiel für andere Arbeitgeber in ähnlichen finanziellen Engpässen werden.






