Historischer Tarifkompromiss: Ost-Löhne im Baugewerbe steigen schneller als im Westen
Ivanka BlümelHistorischer Tarifkompromiss: Ost-Löhne im Baugewerbe steigen schneller als im Westen
Die deutsche Bauindustrie hat eine richtungsweisende Vereinbarung zur Angleichung der Löhne zwischen den östlichen und westlichen Bundesländern erzielt. Der von Gewerkschaftsvertretern als historisch bezeichnete Kompromiss sieht vor, dass Beschäftigte in Ostdeutschland eine höhere Lohnerhöhung erhalten als ihre Kollegen im Westen. Damit endet nach Jahrzehnten die Ungleichbehandlung – unter dem Grundsatz "Ein Land, ein Lohn, ein Gehalt".
Das neue Tarifabkommen umfasst rund 920.000 Bauarbeiter in ganz Deutschland. Davon sind etwa 600.000 im Westen beschäftigt, während rund 320.000 im Osten arbeiten.
Ab dem 1. April 2026 steigen die Löhne in Ostdeutschland um 5,3 Prozent – und damit stärker als im Westen, wo eine Erhöhung von 3,9 Prozent vorgesehen ist. Die höhere Anpassung soll die seit Langem bestehende Lohnlücke zwischen den Regionen verringern.
Carsten Burckhardt, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft IG BAU, nannte die Einigung einen "historischen Meilenstein". Das aktuelle Abkommen gilt bis zum 31. März 2027.
Die Lohnanpassung markiert die vollständige Umsetzung der Entgeltgleichheit im deutschen Baugewerbe. Beschäftigte in Ostdeutschland werden ihre Einkommen künftig schneller steigern als ihre Kollegen im Westen. Die Regelung gilt für alle Mitarbeiter, die unter den Tarifvertrag fallen, bis zu dessen Auslaufen Anfang 2027.






