16 April 2026, 12:31

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein satirischer Protest gegen Markenmacht

Alte Geschäftsvisitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, gelegen in Nr. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein satirischer Protest gegen Markenmacht

Der Komiker Joe Lycett hat in einer kühnen Aktion seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen. Die Entscheidung folgt auf einen langwierigen Streit zwischen dem Modeunternehmen und kleinen Betrieben um die Verwendung des Wortes "BOSS". Lycetts Namenswechsel wurde am Wochenende schnell zum Trendthema auf Twitter.

Die Aktion fällt zusammen mit der Vorbereitung des Komikers auf die Vorstellung eines neuen Produkts unter seinem neuen Namen in seiner Show Got Your Back. Das Modehaus Hugo Boss, 1924 gegründet, ist dafür bekannt, seine Marke besonders aggressiv zu verteidigen. Kleine Unternehmen und gemeinnützige Initiativen wie die Brauerei Boss Brewing in Swansea oder die Organisation DarkGirlBoss erhielten Abmahnungen, weil sie das Wort nutzten. Boss Brewing gab rund 12.000 Euro für Anwaltskosten aus, um sich gegen die Vorwürfe zu wehren, während DarkGirlBoss Schwierigkeiten hatte, seinen Namen markenrechtlich schützen zu lassen.

Die juristischen Schritte des Unternehmens stoßen auf Kritik – besonders vor dem Hintergrund seiner Vergangenheit. Während des Zweiten Weltkriegs produzierte Hugo Boss Uniformen für die SS. 2011 entschuldigte sich das Unternehmen öffentlich für das Leid, das in einer unter NS-Herrschaft betriebenen Fabrik verursacht wurde.

Lycett, der nun offiziell Hugo Boss heißt, nahm direkt zu der Kontroverse Stellung. Er betonte, dass er – anders als der ursprüngliche Hugo Boss – keine SS-Uniformen hergestellt habe. Seine Namensänderung scheint sowohl Protest als auch eine satirische Aussage vor dem Start seiner neuen Show zu sein.

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Der Modekonzern, der heute einen Jahresumsatz von über 2,7 Milliarden Euro verzeichnet, hat sich bisher weder zu Lycetts Aktion noch zur erneuten Aufmerksamkeit für seine Geschichte geäußert.

Lycetts Namenswechsel lenkt die Aufmerksamkeit zurück auf die Markenrechtsstreitigkeiten des Unternehmens und seine Kriegsvergangenheit. Die bevorstehende Produktvorstellung unter dem Namen Hugo Boss wird die Debatte vermutlich weiter anheizen. Gleichzeitig kämpfen betroffene Kleinbetriebe weiterhin mit den finanziellen und bürokratischen Folgen der juristischen Drohungen.

Quelle