Kinder aus Förderschulen rocken Rheinsberg mit mutigem Musiktheater-Projekt
Vadim BlochKinder aus Förderschulen rocken Rheinsberg mit mutigem Musiktheater-Projekt
Ein mutiges neues Musiktheaterstück steht in Rheinsberg im Rampenlicht. Unter dem Titel „Kings and Queens – Ein musikalischer Staatsstreich“ entstand die Produktion von 32 Kindern im Alter von 11 bis 16 Jahren, die allesamt ländliche Förderschulen besuchen. Nach einer intensiven Probephase im Schloss Rheinsberg präsentierten sie einen Abend, der moderne Musik, eindrucksvolle Bilderwelten und Momente schwarzem Humor vereinte.
Eröffnet wurde die Aufführung mit einer kraftvollen Ouvertüre des professionellen Musikers Andreas Völk. Seine Komposition verband sich mit Klängen aus dem Alltag der Jugendlichen – eine Mischung aus ausgereifter Partitur und roher, jugendlicher Energie. Die jungen Darsteller betraten die Bühne mit selbst bemalten Stäben, sogenannten Rain Makers, die mit Kieselsteinen gefüllt waren und beim Bewegen wie fallender Regen klapperten.
Eine Szene riss das Publikum in einen traumhaften Albtraum: Ein entenartiges Wesen verfolgte und verschlang eines der Mädchen, bevor die unheimliche Stimmung jäh umschlug – ein Nachrichtensprecher namens Ente Kross stürmte mit trockenem Humor auf die Bühne. Mit steinerner Miene forderte er Zeugen auf, eine Hotline anzurufen, deren Nummer auf 6 und 7 endete, ehe die Stimmung erneut ins Komische kippte.
Zum Finale hatte sich die Atmosphäre gewandelt: Die Darsteller tanzten selbstbewusst über die Bühne, ihre Bewegungen locker und voller Freude. Das Projekt, Teil von „Musiktheater 360°“ der Musikakademie Rheinsberg, gab den Lehrkräften einen neuen Blick auf die Fähigkeiten ihrer Schüler. Für die jungen Künstler war es eine Lektion in Selbstausdruck – der Beweis, dass sie Regeln mitgestalten und ihre Rollen eigenverantwortlich füllen können.
Die Idee stammte vom Ensemble Quillo, einer Gruppe von Musikern aus Falkenhagen. Seit über zwei Jahrzehnten bringen sie zeitgenössische Musik in ländliche Regionen und setzen auf aktive Teilhabe statt passives Zuhören. Auch diese Aufführung trug diesen Geist in sich: Das Publikum war von Anfang an in das Konzept eingebunden.
Der Abend endete mit einem großen Fest, bei dem die jungen Künstler in ihrem Erfolg strahlten. Ihre gemeinsame Woche hatte eine Show hervorgebracht, die mal gespenstisch, mal komisch und schließlich triumphierend war. Für die Schüler war es mehr als nur ein Bühnenauftritt – es gab ihnen eine Stimme und die Chance, in neuem Licht gesehen zu werden.






