26 March 2026, 00:30

Kulturstaatsminister Weimer in der Kritik: Warum Verlage und Historiker gegen ihn aufbegehren

Plakat für ein Bierfest in Deutschland mit Menschen, die Biergl├Ąser halten und einen Fass im Hintergrund, mit deutschem Text unten.

Kulturstaatsminister Weimer in der Kritik: Warum Verlage und Historiker gegen ihn aufbegehren

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sieht sich wachsender Kritik von Verlagen, Buchhändlern und historischen Vereinen ausgesetzt. Im Mittelpunkt der Kontroverse stehen seine jüngsten Entscheidungen, darunter der Ausschluss von Buchhandlungen von einem bedeutenden Preis sowie Forderungen nach einem Baustopp an der Nationalbibliothek Leipzig. Trotz der massiven Rückschläge hat Bundeskanzler Friedrich Merz ihn öffentlich unterstützt.

Den Auftakt der Kritik bildete der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, nachdem Weimer eine Prüfung dreier linksgerichteter Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz veranlasst hatte. Die Läden wurden anschließend von der Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises ausgeschlossen – eine Maßnahme, die Weimer mit "verfassungsrelevanten Erkenntnissen" begründete. Der Verband verurteilte die Entscheidung scharf und warf dem Minister vor, die Freiheit des Buchhandels zu untergraben.

Zudem sagte Weimer die Preisverleihung ab, was in der Branche für weitere Empörung sorgte. Seine Forderung, den Ausbau der Leipziger Nationalbibliothek vorläufig einzustellen, verschärfte die Unzufriedenheit. Gleichzeitig forderten die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und der Zwangsarbeiterverband, er solle als Redner bei der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers zurücktreten.

Medienberichten zufolge versuchte Weimer zudem, Tricia Tuttle, die Leiterin der Berlinale, abzulösen. Die Vorwürfe weiteten die Debatte über seine Führung im Kulturbereich weiter aus.

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In einer Bundestagsdebatte am 25. März 2026 verteidigte Merz Weimers Vorgehen. Zwar räumte er ein, dass ein Kulturstaatsminister schwierige Diskussionen führen müsse, betonte aber, der Minister genieße nach wie vor sein volles Vertrauen. Der Kanzler argumentierte, viele von Weimers politischen Vorhaben würden trotz der Kontroversen weiterhin breite Unterstützung erfahren.

Weimer bleibt vorerst im Amt – gestützt durch den Kanzler –, doch der Widerstand aus Kultur- und Geschichtsverbänden hält an. Die Auseinandersetzungen spiegeln die Spannungen zwischen politischer Aufsicht und der Unabhängigkeit deutscher Kultureinrichtungen wider. Bisher liegen keine weiteren Stellungnahmen der Regierung vor.

Quelle