Lagardes Drei-Stufen-Plan gegen Inflation und Energiekrise in der Eurozone
Ivanka BlümelLagardes Drei-Stufen-Plan gegen Inflation und Energiekrise in der Eurozone
EZB-Präsidentin Christine Lagarde legt klaren Plan gegen wirtschaftliche Risiken durch Iran-Konflikt und steigende Energiepreise vor
Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat einen deutlichen Drei-Stufen-Plan vorgelegt, um die wirtschaftlichen Risiken durch die Eskalation im Iran und die anziehenden Energiepreise einzudämmen. Die neue Strategie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem aktuelle Prognosen vor höheren Preisen und einer globalen Wachstumsabschwächung warnen.
Wie die jüngsten Szenarien der EZB zeigen, könnte ein tieferer Energieschock die Eurozone sogar in eine leichte Rezession stürzen – mit hartnäckig hoher Inflation über Jahre hinweg. In einem schweren Szenario schnellt die Gesamtinflation demnach auf etwa 4 Prozent hoch, bevor sie deutlich zurückgeht. Dennoch bliebe die Kerninflation mehr als zwei Jahre lang erhöht. Die Wirtschaftsleistung käme bis Ende 2026 nahezu zum Stillstand, eine Erholung würde nur langsam einsetzen.
Die aktuellen Ölpreise entsprechen bereits weitgehend dem worst-case-Szenario der EZB. Ausgelöst wurde diese Entwicklung durch Störungen im globalen Schiffsverkehr nach den Angriffe der Huthi-Rebellen Ende 2023, die den Verkehr durch den Suezkanal halbierten – ein Rückgang, von dem sich die Route bis heute nicht erholt hat. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hat angekündigt, dass seine nächsten Prognosen höhere Preise und eine schwächere globale Konjunktur widerspiegeln werden.
Lagardes Strategie sieht vor, kurzfristige Preissprünge bei Energie zunächst zu ignorieren. Sollte die Inflation zwar das EZB-Ziel überschreiten, aber voraussichtlich nur vorübergehend bleiben, würde die Bank ihre Geldpolitik anpassen. Droht die Teuerung jedoch, dauerhaft zu werden und deutlich vom Ziel abzuweichen, hat die EZB versprochen, "entschlossen" einzugreifen, um sie wieder unter Kontrolle zu bringen.
Der Ansatz der EZB balanciert zwischen Zurückhaltung und Bereitschaft zum Handeln, falls sich die Inflationsrisiken verschärfen. Im ungünstigsten Szenario steht der Eurozone eine längere Phase hoher Inflation und stagnierenden Wachstums bevor, ehe eine allmähliche Erholung einsetzt. Die nächsten Schritte der Notenbank hängen davon ab, wie sich die Energiepreise und die geopolitischen Spannungen in den kommenden Monaten entwickeln.






