Mainz verliert bis 2027 den Mieterschutz für 1.700 Sozialwohnungen – was jetzt droht
Ivanka BlümelMainz verliert bis 2027 den Mieterschutz für 1.700 Sozialwohnungen – was jetzt droht
In den kommenden Jahren laufen die Mietpreisbremse für hunderte geförderte Wohnungen in Mainz aus. Bis Ende 2027 verlieren fast 1.700 Wohnungen ihren Mieterschutz – Mieter müssen dann mit möglichen Erhöhungen rechnen. Die Stadt sucht nun nach Wegen, um die Bezahlbarkeit für betroffene Haushalte zu verlängern.
Die erste Welle der Änderungen steht bereits Ende 2026 an: 98 Wohnungen in Stadtteilen wie Neustadt und Weisenau fallen dann aus der Mietpreisbremse. Deutlich größer wird der Wandel 2027, wenn 768 Wohnungen in Finthen, Weisenau, Gonsenheim und Mombach ihren Schutz verlieren. Zusammen mit weiteren 866 geförderten Einheiten sind bis Ende 2027 insgesamt 1.732 Wohnungen betroffen.
Sobald die Regelungen auslaufen, dürfen Vermieter die Mieten innerhalb der gesetzlichen Grenzen anpassen – die Stadtverwaltung hat jedoch keinen direkten Einfluss auf die Preisentwicklung. Mieter müssen über Änderungen offiziell von ihren Vermietern informiert werden. Das Amt für Wohnungsförderung hat bereits Gespräche mit einem Anbieter aufgenommen, um einen Teil der Wohnungen weiterhin als Sozialwohnungen zu erhalten.
Um Mietsteigerungen hinauszuzögern, wirbt die Stadt für die freiwillige Teilnahme an Landesförderprogrammen. Mögliche Lösungen sind der Ankauf von Belegungsrechten durch das Land oder die Beantragung von Modernisierungsmitteln durch Vermieter. Allerdings gibt es keine genauen Zahlen dazu, wie viele Wohnungen in Mainz derzeit von Landeszuschüssen oder Förderprogrammen Rheinland-Pfalz abhängig sind – bevor die allgemeine Mietpreisbremse am 31. Dezember 2029 vollständig ausläuft.
Der Wegfall der Mietkontrollen wird tausende Haushalte in den Mainzer Stadtteilen treffen. Während die Stadt über Fördermittel nach Möglichkeiten der Verlängerung sucht, liegt die endgültige Entscheidung bei den Vermietern und der Verfügbarkeit staatlicher Mittel. Mieter in betroffenen Wohnungen müssen sich in den kommenden Jahren auf mögliche Mietanpassungen einstellen.






