04 May 2026, 08:34

Massiver Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz – Klimaziele in Gefahr

Menschen sitzen vor einem Gebäude während einer Klimaprotest in Berlin, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Massiver Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz – Klimaziele in Gefahr

Ein Bündnis aus Umweltschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne für ein neues gasbetriebenes Kraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) wollen die Anlage auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, errichten. Kritiker argumentieren jedoch, dass das Vorhaben mit den Klimazielen der Stadt unvereinbar sei. Auch die geplante Investition von 44 Millionen Euro steht in der Kritik, da sie auf eine veraltete Technologie setze, wie Gegner betonen.

Das geplante Kraftwerk stößt von Anfang an auf massiven Widerstand. Zehn formelle Einsprüche wurden beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd), der für das Projekt zuständigen Behörde, eingereicht. Aufgrund der „hinreichend begründeten und konkreten“ Einwände sagte die Behörde eine für den 7. Mai geplante Anhörung ab.

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Kritiker verweisen darauf, dass keine aktuelle Umweltverträglichkeitsprüfung vorliegt – die letzte stammt aus dem Jahr 2005. Zudem zweifeln sie die Behauptung von KMW an, die Anlage könne später auf Wasserstoff umgestellt werden, da im Antrag des Unternehmens keine entsprechenden Pläne erwähnt werden. Maren Goschke vom BUND Mainz warnte, das Projekt würde die Gas-Technologie für Jahrzehnte zementieren und die Bemühungen untergraben, bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen.

Das Bündnis plädiert stattdessen für den Ausbau von Batteriespeichern als bessere Alternative. Die Produktionskosten für Batteriesysteme seien in den letzten 15 Jahren drastisch gesunken – von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde auf nur noch 90 Euro heute. Dies sei eine bewährte und kostengünstige Lösung im Vergleich zur Gasenergie.

Das Genehmigungsverfahren ist derzeit ausgesetzt, nachdem die SGD Süd die Berechtigung der Einsprüche anerkannt hat. Die Zukunft des Kraftwerks hängt nun von weiteren Prüfungen ab, während die Gegner weiterhin auf erneuerbare Alternativen drängen. Sollte das Vorhaben genehmigt werden, würde es eine langfristige Bindung an fossile Infrastruktur in der Region bedeuten.

Quelle