Niederberg Süd-Ost wird zum Kreativzentrum – doch die Sanierung kostet Millionen
Vadim BlochNiederberg Süd-Ost wird zum Kreativzentrum – doch die Sanierung kostet Millionen
Die Stadt hat das Gelände Niederberg Süd-Ost vollständig in ihren Besitz übernommen – ein riesiges, 120.000 Quadratmeter großes Areal, auf dem einst ein reger Bergbaubetrieb angesiedelt war. Das im März 2023 erworbene Gelände umfasst verlassene Gebäude, historische Fördergerüste und Grünflächen im Stadtteil Dicksche Heide. Nun steht die Verwaltung vor der Herausforderung, aus dem industriellen Relikt ein lebendiges Kreativzentrum zu machen.
Der Erwerb erfolgte nach einer Aufhebungsvereinbarung mit der RAG Montan Immobilien GmbH (RAG MI), wodurch der nördliche Teil des Geländes gesichert werden konnte. Neben dem Grundstück übernahm die Stadt mehrere Bauwerke, darunter zwei denkmalgeschützte Fördergerüste, die dringend saniert werden müssen. Für eines davon sind allein über eine Million Euro für die Entseuchung veranschlagt – strukturelle Verstärkungen und eine Komplettsanierung stehen noch aus.
Die Pläne zur Umnutzung des Areals reichen bis ins Jahr 2019 zurück, als gemeinsam mit der Ruhrstadt-Stiftung und dem Stadtplaner Jürgen Tempelmann Entwürfe für ein Kreativquartier erarbeitet wurden. Die Vision sieht Räume für Unternehmen, lokale Läden und Gastronomie vor, um das wirtschaftliche Potenzial des Standorts neu zu beleben. Doch nicht alle Bauwerke werden erhalten bleiben: Das nicht unter Denkmalschutz stehende Fördergerüst Schacht 1 soll wegen zu hoher Instandhaltungskosten abgerissen werden.
Zudem will die Stadt das bergbauliche Erbe des Geländes würdigen. In Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen sollen Ausstellungen und öffentliche Initiativen die Geschichte bewahren. Bis 2025 wird das Integrierte Stadtentwicklungskonzept finalisiert, das den Weg für mögliche Förderanträge zur Unterstützung des Projekts ebnet.
Niederberg Süd-Ost gehört nun vollständig der Stadt – der Grundstein für die Umgestaltung ist gelegt. Während einige Fördergerüste verkauft oder abgerissen werden, könnten andere als Teil eines kulturellen und gewerblichen Viertels eine neue Bestimmung finden. Die nächsten Schritte hängen davon ab, bis zum Stichtag 2025 Finanzierungen zu sichern und die Pläne zu konkretisieren.






